Püttlinger bauen Brücke nach Bolivien

Püttlinger bauen Brücke nach Bolivien

Seit 1986 ist das Hilfswerk „Aktion 33“, gegründet vom früheren Püttlinger Geistlichen Hans Vössing und Dr. Gabriele Jost, im Einsatz.

Um von Frankfurt am Main nach Sucre in Bolivien zu gelangen, nimmt man eine beschwerliche Tagreise auf sich, selbst mit dem Flugzeug. Dann schließt sich noch einmal eine Achtstundenfahrt an, mit Allradjeep, nach Sopachuy, mit Ortsteilen, die teilweise 4000 Meter hoch liegen. Monika und Peter Ziegler, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereines "Aktion 33", haben im vergangenen Herbst ("In Bolivien war Frühling"), wie alle zwei Jahre, die Strapazen auf sich genommen, um die Projekte vor Ort in Augenschein zu nehmen. Stand der Dinge: Es gibt, in Sopachuy, in Cochabamba wie auch in Sucre selbst, Internate, für rund 200 Kinder und Jugendliche, die Kolping-Lehrwerkstatt "Elfriede Gemeinder" (eine verstorbene Püttlingerin, die ihren Nachlass der Aktion 33 vererbt hat), den Mittagstisch für die notleidende Bevölkerung, ein Waisenhaus, Patenschaften für extrem arme Kinder, Jugendliche oder Studenten. Um ihre Projekte zu finanzieren, ist die "Aktion 33" nach wie vor auf Mitgliedsbeiträge (die ursprüngliche Idee war, 33 Personen zu finden, die monatlich 30 Mark auf ein Hilfskonto einzahlen), Spenden und Sonderaktionen wie Fastenessen, Solidaritätswanderungen oder Adventskonzerte angewiesen. "Es ist und bleibt für uns ganz wichtig, vor Ort zu erleben, dass unsere Hilfsgelder in die richtigen Hände geraten", begründen die Zieglers die Motivation ihrer Reise.

Mit dem eigenen Adoptivsohn Dr. Julian Mamami-Paco (er studierte Medizin mit Unterstützung aus Püttlingen und arbeitete einige Jahre als Chirurg im Püttlinger Krankenhaus) und mit Schwester Silvia Calderon (sie spricht neben Spanisch auch die Landessprache Quechua) haben die Zieglers alle Projekte und auch die Eltern vor Ort besucht. Bolivien hat in den letzten Jahren viel in die Infrastruktur investiert, in den Bau von Straßen und Brücken, für die Bereitstellung von Trinkwasser und elektrischem Strom. Gleichwohl: "Die Landbevölkerung lebt immer noch unter sehr primitiven Bedingungen, lebt von den kargen Erträgen der Landwirtschaft, meist Mais und Kartoffeln. Das Leben der Großfamilien spielt sich oft in einem einzigen Raum ab. Viele Kinder haben keinen Zugang zu Bildung", resümieren die Zieglers.

"Mülltonnenkinder" haben sie viele gesehen, auch von verlassenen Kindern gehört, die, aus Not, einfach vor einer anderen Haustüre abgelegt werden. Monika Ziegler: "Unsere Hilfe wird mehr denn je gebraucht." Im regelmäßig erscheinenden Rundbrief, den alle Förderer der "Aktion 33" erhalten, werden als nächste größere Projekte die Instandsetzung von Internaten, Lebensmittellagern, der Bücherei und marode gewordenen Lehmhütten anvisiert.

Weitere Informationen, auch über die Möglichkeit, vor Ort einen Internationalen Freiwilligendienst zu leisten, bei Familie Ziegler, Telefon (0 68 98) 6 12 24.

Peter Ziegler. Foto: Faas. Foto: Faas
Monika Ziegler. Foto: Faas. Foto: Faas

www.aktion33.de