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Viel mehr Geld für Spielplatz als gedacht

Viel mehr Geld für Spielplatz als gedacht

Rund 200 000 Euro fließen in die Sanierung der Spielanlagen an der Burg und in den möglichst barrierefreien Zugang.

Der Spielplatz an der Burg Bucherbach wird für viel Geld saniert. Als, auch laut Spielplatzkonzept, Hauptspielplatz in Köllerbach soll er möglichst barrierearm angelegt werden. Zumal es in der Nähe auch die Köllertalschule für die Förderung von Kindern mit geistiger und motorischer Behinderung gibt, von deren Schülern und Lehrern der Platz gerne genutzt wird. So riefen Stadtverwaltung und Kommunalpolitik die Spielplatz-AG (Arbeitsgemeinschaft) ins Leben, der auch Vertreter der Köllertalschule und des Kinderschutzbundes (Ortsverein Püttlingen) angehören.

Jetzt ist das Vorhaben einen Schritt weiter, denn der Werksausschuss des Stadtrates hat bei seiner Sitzung im Püttlinger Rathaus mehrheitlich beschlossen, den entsprechenden Planungsauftrag an den Landschaftsarchitekten Frank Zoller zu vergeben. Gleichzeitig hat der Ausschuss das dafür anfallende Honorar in Höhe von knapp 33 000 Euro freigegeben - allerdings vorbehaltlich eines noch ausstehenden Zuschussbescheides.

Ursprünglich waren für den Umbau im laufenden Haushalt, einschließlich eines Landeszuschusses, 73 000 Euro eingeplant. Zusammen mit Förderschule und Kinderschutzbund war angedacht, durch den Umbau einzelner Spielgeräte, die Verwendung geeigneter Beläge und das Errichten von Rampen die gewünschte barrierärmere Gestaltung zu erreichen. Bereits Ende vergangenen Jahres habe jedoch das saarländische Innenministerium der Stadt Bedarfszuweisungen zur Aufwertung des Spielplatzes an der Burg in Aussicht gestellt. Wie die Verwaltung nun berichtete, sind diese Mittel im März noch aufgestockt worden, so dass jetzt ein Zuschuss von insgesamt 150 000 Euro zur Verfügung stehe. Der Kinderschutzbund hat zudem rund 10 000 Euro zur Verfügung gestellt, damit spezielle Geräte angeschafft werden können. Zusammen mit den Eigenmitteln der Stadt geht die Verwaltung somit von einem Investitionsvolumen von insgesamt 200 000 Euro aus.

Rainer Stein, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Technische Dienste, erläuterte die Verwaltungspläne. Demnach finden Kinder im barrierearmen Bereich des Spielplatzes unter anderem eine Kletterburg, eine Nestkorbschaukel, eine Sandlandschaft samt Sandtisch, ein Rollstuhl-Trampolin und eine breite Hangrutsche. Eine Kletterlandschaft ist auch geplant, die aber wohl nicht barrierearm zu realisieren ist.

Durch das zusätzliche Geld sei es insbesondere möglich, die Wege auf dem Spielplatzgelände so zu gestalten, dass sie für Rollstühle besser befahrbar sind. Also alles prima? Mitnichten. Die Sozialdemokraten Klaus Hippchen und Tanja Friedrich monierten, die Spielplatz-AG sei zuletzt nicht mehr eingeladen worden - vor allem, nachdem das zustätzliche Geld in Aussicht gestellt war. Ihre Fraktion stimmte daher, trotz Steins Versicherung, Förderschule und Kinderschutzbund seien zu jeder Phase beteiligt gewesen, gegen die Verwaltungsvorlage. So stellte Bürgermeister Martin Speicher (CDU) letztlich folgendes Ergebnis fest: sieben Ja-, vier Nein-Stimmen zu den Spielplatz-Plänen - womit die Auftragsvergabe mehrheitlich genehmigt ist.