Über 50 betagte Autos : Die Schau der blitzenden Chrom-Großväter

Oldtimer-Treffen lockte viele Schnauferl-Freunde nach Heusweiler. Von der Ente bis zum US-Straßenkreuzer war alles vertreten.

Ein Buick ist eigentlich mehr als ein Auto – er ist ein Statement amerikanischer Lebensart, groß, verschwenderisch, selbstbewusst. Bernd Silbermann ist im Besitz eines Buicks Le Sabre, Baujahr 1959. Der Lebacher Oldtimerfreund hat zweieinhalb Jahre restauriert und geschraubt. Jetzt hat er sein Kunstwerk auf Rädern bei der Heusweiler Oldtimerschau auf dem großen Parkplatz am Baumarkt einer staunenden Besucherschar präsentiert. Die Freunde alter Autos und Motorräder sind dabei auf ihre Kosten gekommen. Das Oldtimertreffen, veranstaltet von der Gemeinde Heusweiler, der IG Kutzhof und dem Automobil- und Motorsportclub (AMC) Heusweiler, lockte Hunderte von Schaulustigen aus dem ganzen Saarland und aus Rheinland-Pfalz in die Köllertal-Gemeinde.

Mehr als 50 betagte Fahrzeuge wurden ausgestellt, angefangen von einem 82 Jahre alten Austin bis hin zu einem Kässbohrer-Reisebus aus dem Jahr 1972, dessen Besitzer den Bus zum Wohnmobil umfunktioniert hat, und dessen unaufgeregte Eleganz bis heute strahlt. Mit von der Partie war auch der Saarbrücker Eberhard Jost, der seinen wunderschönen, anmutigen Porsche 911, Baujahr 1987, nach Heusweiler steuerte. „Der Neunelfer“, so Jost, „ist der Inbegriff eines Porsche“, und er schwärmt: Die Form dieses Sportwagens bleibe immer modern, selbst nach Jahrzehnten, egal ob es die Modellvarianten Targa, Cabriolet oder Coupé seien.

In Heusweiler gab es aber noch mehr zu sehen, stark vertreten waren die sogenannten Youngtimer, also Fahrzeuge, die in den 80er Jahren gebaut wurden. Zu sehen waren verschiedene Modelle des legendären, und zuweilen auch belächelten Opel Manta ebenso wie die unsterbliche Ente, also der 2CV aus dem Hause Citroën, und natürlich VW-Käfer aus den 60er bis 80 Jahren.

Auch Topmarken wie Maserati und Ferrari waren ausgestellt. Daneben, fast schon respektlos, hatte ein Renault-Freund seinen R 4 geparkt. Aber bei genauem Hinsehen musste man feststellen, dass eben doch alles nur Fortbewegungsmittel sind, wie Frank Steffen aus Saarwellingen süffisant bemerkte. Und doch bleibt, abgesehen von der pragmatisch-nüchternen Betrachtung, ein Unterschied zwischen, sagen wir mal, einem Ford-Mustang von 1967 und einem Renault Fuego aus dem Jahr 1981, der in nahezu neuwertigem Zustand zu besichtigen war.