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Trotz aller Proteste: Die Grühlingseiche soll heute gefällt werden

Trotz aller Proteste: Die Grühlingseiche soll heute gefällt werden

Friedrichsthal/Altenwald. Es bleibt dabei: Die Grühlingseiche wird gefällt. Heute um 8 Uhr rücken Arbeiter mit der Säge an. Marlies Krämer, die sich vehement für den Erhalt des Naturdenkmals einsetzt, hat gestern gegenüber unserer Zeitung angekündigt, dass sie sich an den Baum ketten wird. Um den Erhalt des knapp 300 Jahre alten Baumes ist ein Streit entbrannt

Friedrichsthal/Altenwald. Es bleibt dabei: Die Grühlingseiche wird gefällt. Heute um 8 Uhr rücken Arbeiter mit der Säge an. Marlies Krämer, die sich vehement für den Erhalt des Naturdenkmals einsetzt, hat gestern gegenüber unserer Zeitung angekündigt, dass sie sich an den Baum ketten wird. Um den Erhalt des knapp 300 Jahre alten Baumes ist ein Streit entbrannt. In einem Gutachten für das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz kommt der Diplom-Ingenieur Forstwirtschaft und Umweltwissenschaftler Winfried Lappel zu dem eindeutigen Ergebnis, dass der Baum "hochgradig bruchgefährdet ist und umgehend gefällt werden muss". Auf Bitten von Umweltminister Stefan Mörsdorf sah sich gestern der frühere Leiter des Saarforst-Landesbetriebes, Dr. Axel Klein, den Baum an. Klein ist seit 1971 Sachverständiger der Landwirtschaftskammer, auch für Bäume. Seine Analyse ist ebenfalls eindeutig: "An dieser exponierten Stelle ist der Baum eine erhebliche Gefahr. Er muss weg." Und er fügte an: "Diesen Baum möchte ich nicht in meinem Garten haben." Er sei eindeutig krank. Der Grühlingseiche steht auf einer kleinen Grünfläche an der Autobahnabfahrt Sulzbach/Altenwald an der Autobahn 623. Die Fläche gehört der Stadt Friedrichsthal. Vom Umweltministerium hat die Stadt die Erlaubnis, den Baum fällen zu lassen. Der ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte der Stadt, Helmut Quint, ist aber der Meinung, dass der Baum nicht gefällt werden muss und erhalten bleiben kann. Er hatte Umweltminister Stefan Mörsdorf am vergangenen Freitag um Hilfe gebeten. Der hatte zugesichert, eine zweite Meinung einzuholen. Nach der Analyse von Dr. Axel Klein erklärte der Pressesprecher des Umweltministeriums, Marcus Klein: "Es bleibt bei unserer Erlaubnis für die Fällung der Grühlingseiche." ll