"Schreckliche Tat" ist nicht vergessen

Friedrichsthal/Altenwald. Es war vor einem Jahr, am 11. August, als der Forstwirt Egbert Schug vom Saar-Forst die knapp 300 Jahre alte Grühlingseiche bei Altenwald, nur wenige Meter entfernt von der Autobahn 623, fällte. Nach fünf Stunden war nur noch ein knapp zwei Meter hoher Stumpf von dem einstigen Naturdenkmal zu sehen

 Marlies Krämer am Freitag am Stumpf der Grühlingseiche. Foto: ll

Marlies Krämer am Freitag am Stumpf der Grühlingseiche. Foto: ll

Friedrichsthal/Altenwald. Es war vor einem Jahr, am 11. August, als der Forstwirt Egbert Schug vom Saar-Forst die knapp 300 Jahre alte Grühlingseiche bei Altenwald, nur wenige Meter entfernt von der Autobahn 623, fällte. Nach fünf Stunden war nur noch ein knapp zwei Meter hoher Stumpf von dem einstigen Naturdenkmal zu sehen. Am Freitagabend nun brachte die Altenwalder Naturschützerin Marlies Krämer dort ein 1,20 mal 0,80 Meter großes Plakat an mit der Aufschrift: "Die Arroganz der Macht hat die Grühlingseiche umgebracht", als Jahrgedächtnis an die "schreckliche Tat". "Ich bin früher oft an der Grühlingseiche vorbei spaziert", sagt die 72-jährige Marlies Krämer. Heute könne sie das nicht mehr. "Wenn ich den Baumstumpf sehe, dann verspüre ich körperliche Schmerzen." Am 11. August 2009 hatte sich Krämer aus Protest gegen die Fällung der Eiche an den Baum gekettet. "Dass die Eiche gefällt werden soll, ist ein Verbrechen an der Natur", schimpfte sie damals. Und mit Tränen in der Stimme fügte sie an: "Ich bin unendlich traurig. Ich könnte nur noch heulen." Und passend dazu setzte leichter Nieselregen ein - der Himmel weinte leise mit. Die Fällung der Eiche hatte die Stadt Friedrichsthal angeordnet. Auf ihrem Bann stand die Eiche. Ein Gutachten des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz hatte ergeben, dass der Baum "hochgradig bruchgefährdet ist und umgehend gefällt werden muss". Der Friedrichsthaler Bürgermeister Rolf Schultheis und Werner Pietsch, der Chef der Polizei-Inspektion Sulzbach, versuchten damals vergeblich, die Umweltschützerin zu überreden, ihre Aktion aufzugeben. Der Friedrichsthaler Verwaltungschef sprach schließlich einen Platzverweis aus. Thomas Samsel vom Ordnungsamt rückte mit einem Bolzenschneider an und durchtrennte die beiden Ketten. Marlies Krämer gab auf. Eine Begutachtung der gefällten Eiche ergab schließlich, dass große Teile des Stammes innen stark verfault waren. ll

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