Marode Mauer in der Altstadt von Homburg sorgt für eine Straßensperrung

In der Homburger Altstadt : Noch keine Lösung für die Mauer am Hang, Straße bleibt gesperrt

Durch die Gasse, die Kirchenstraße und St.- Michael-Straße verbindet, kann man weiter weder gehen noch fahren. Grund für die Sperrung ist eine Mauer. Die Stadt bekräftigt ihre Einschätzung, dass diese einsturzgefährdet sei, die Kirche ist nach erster Einschätzung anderer Ansicht.

Was passiert mit dem jetzt seit einiger Zeit gesperrten Straßenstückchen in der Homburger Altstadt? Die Antwort auf diese Frage lässt wohl noch etwas auf sich warten. Ursache ist eine in die Jahre gekommenen Stützmauer aus Sandstein, die zum großen Garten des mittlerweile leer stehenden Schwesternhauses gehört. Dieses ziemlich weitläufige Grundstück in der Schwesternhausstraße ist im Besitz der katholischen Kirche. So weit, so klar.

An der Stützmauer wurden kürzlich bei einer Kontrolle durch das städtische Bauamt erhebliche Mängel festgestellt, sodass „die Standsicherheit des Mauerwerks nicht bestätigt werden kann“, teilt die Stadt mit. Die Mauer grenzt unmittelbar an die Schlossbergstraße und so ließ die Stadt noch in den Sommerferien die kleine Gasse, die Kirchenstraße und St. Michael-Straße miteinander verbindet, sperren – erst einmal auf unbestimmte Zeit. Man darf hier weder durchfahren noch durchgehen (wir berichteten). Von dem Mauerwerk und dem davon gestützten Hang gingen „erhebliche Gefahren sowohl für Fußgänger, als auch für Autofahrer“ aus, hieß es aus dem Rathaus.

Das bringt natürlich Unannehmlichkeiten mit sich, Anwohner haben etwa Schwierigkeiten, in Garagen zu gelangen, Fußgänger müssen Umwege gehen. Es ist ein kleines, aber eben nicht unwichtiges Verbindungsstück in der engen Altstadt.

Der Ball lag nun auf der Seite der Kirche. In dieser Woche, am Dienstagnachmittag, waren der Gebietsarchitekt des bischöflichen Bauamtes sowie ein Statiker vor Ort, um sich die Mauer, die aus Buntsandsteinen besteht, anzusehen, hieß es von der Pressestelle des Bistums Speyer. Diese seien aber nach erstem Dafürhalten offenbar zu einem anderen Ergebnis gekommen als die Stadt. Es stelle sich für die Kirche zunächst so dar, dass keine akute Gefahr von der Mauer ausgehe. Die Straßensperrung sei aus derzeitiger Sicht daher nicht zwingend notwendig, hieß es am Mittwoch weiter aus Speyer. Es sei, betont die Pressestelle aber auch, eine erste Einschätzung. Außerdem setzt man nicht auf Konfrontation, sondern darauf, dass Stadt und Kirche letztlich zu einer „gemeinsamen Einschätzung“ kommen. Als nächster Schritt sei daher vorgesehen, Gespräche mit der Verwaltung zu führen. Und auch der in Homburg hier zuständige Pfarrer Markus Hary betont: „Wir wollen natürlich niemanden gefährden.“ Die Straße solle zudem so schnell wie möglich wieder befahrbar sein.

Die Stadt Homburg ließ wissen, dass man mit der Eigentümerin des Grundstückes Kontakt aufgenommen habe. Es fänden zurzeit Gespräche statt. „Da die Dauer der Straßensperrung jedoch größtenteils von der weiteren Vorgehensweise der Eigentümerin abhängt, können wir auch zur Dauer der Sperrung nichts sagen“, machte die Verwaltung klar. Momentan sei die Sperrung „das mildeste Mittel, um Gefahren für Leben und Gesundheit von Personen in diesem Bereich abzuwenden“. Und sie wird erst einmal aufrecht erhalten.

Und warum kann man nicht zumindest eine Hälfte der Straße öffnen, sodass man über einen schmalen Durchgang zumindest zu Fuß hier gehen kann? Dies werde derzeit geprüft, verspricht die Stadt. „Uns ist bewusst, dass dieser Zustand für die Anlieger sehr ärgerlich ist. Deshalb ist es uns daran gelegen, die notwendigen Maßnahmen schnell zu koordinieren und eine Lösung herbeizuführen“, machte sie ebenfalls deutlich. Neben Gesprächen mit dem Eigentümer sei daher auch ein entsprechendes Verwaltungsverfahren in Gang gesetzt worden.

Und was kann man generell in solchen Fällen tun, wenn die Kommunikation keine Ergebnisse bringt? Es könne zunächst eine Verfügung erlassen werden, dass der Schaden behoben wird. Darin werde eine Frist gesetzt, wird die nicht eingehalten, fällt ein Zwangsgeld an. Ein dann weitergehendes Mittel sei eine Ersatzvornahme, dabei wird nach einer Aufforderung letztlich eine Fachfirma mit der Sanierung der Mauer beauftragt, die Rechnung gehe an den Eigentümer.

Die Stützmauer in der Homburger Altstadt ist aus Sicht der Stadt nicht mehr sicher, daher bleibt ein Straßenstück gesperrt. Foto: Ulrike Stumm

Durch die ganze Mauer-Geschichte ist außerdem eine andere Frage wieder stärker in die Öffentlichkeit gerückt. Es wurde vermehrt darüber gerätselt, was eigentlich grundlegend künftig mit dem Grundstück geschehen soll. Zur Erinnerung: Bis vor einigen Jahren lebten hier zwei katholische Gemeindeschwestern, die aber dann aus Altersgründen in ihr Mutterkloster nach Bayern zogen. Seitdem steht es leer. Das Interesse ist in Homburg auch deswegen groß, da es an attraktiver Stelle mitten in der Altstadt liegt. Gerüchte um einen Verkauf an einen möglichen Investor oder über den Bau von Häusern gab es schon kurz nachdem die beiden Schwestern weg waren. Eine Entscheidung darüber, was hier künftig passiert, wird wohl noch etwas dauern. Alle Pfarreien seien angehalten, ausgehend vom pastoralen Konzept ein Gebäudekonzept zu erstellen, hieß es zur Erläuterung von der Pressestelle des Bistums. Das liege in dem Fall noch nicht vor. Grundlegend gebe so ein pastorales Konzept vor, wo eine Pfarrei ihre Schwerpunkte setzen möchte, dann schaue man: Welche Gebäude und so weiter brauche man? Die Verabredung sei, dass diese Konzepte jetzt gemacht werden sollen. Allerdings gebe es keine „Deadline“, also keinen festgelegten Zeitpunkt, wann alles fertig sein muss. Es seien grundsätzlich bei so etwas viele Akteure im Spiel, wenn eine Konstellation günstig sei, dann könne es schnell gehen. Es könne aber eben auch dauern.