Kolumne Unsere Woche: Hitzelähmung in Homburger Politik?

Kolumne Unsere Woche : Hitzelähmung in der Politik?

Temperaturen bis 34 Grad lassen keinen anderen Schluss zu: Es ist auch Ende August noch hochsommerlich. Man könnte annehmen: Auch die Homburger Stadtpolitiker befinden sich in einer dieses Jahr extra langen Sommerpause, die schon mit der Kommunalwahl Ende Mai begonnen hat.

Zu diesem Schluss kommt man auch angesichts der verblüffenden Stille der Parteien auf unsere Berichterstattung zu Themen, die Homburg seit Jahren bewegen: Sei es das umstrittene Finanzgebaren der Stadt rund ums Koi-Bad und seine großen Defizite.

Oder dass es jetzt ernst wird beim viel kritisierten Autobahnanschluss Homburg/Bexbach und dem dritten Ohr, das wohl so manchem Homburger deutlich mehr Verkehrslärm vor der Haustür bescheren wird. Oder unsere Berichterstattung diese Woche zum Anschluss Homburg-Ost, bei dem die „Variante 2“ nun offenbar bedenklich wackelt, für die sich der Stadtrat noch im Dezember 2018 ausgesprochen hatte.

Klar ist: Anderswo gäbe es bei solchen Themen sofort Statements der Parteien, die der Bevölkerung fragliche Projekte wie das dritte Ohr eingebrockt oder mitverantwortet haben. Doch Stellungnahmen etwa von den „Großen“ SPD, CDU oder auch den Grünen, bei denen es nahe läge, dass sie aus ökologischen Gründen ganz gegen einen Anschluss Ost mit seiner geplanten Waldrodung sein müssten? Fehlanzeige. Ist das Schockstarre? Hitzelähmung? Will man – im Falle von CDU und SPD – unangenehme Themen aussitzen, nachdem ihre letzten beiden OB-Amtsinhaber in Homburg einen bundesweit aufsehenerregenden Flurschaden angerichtet und auch bei oben genannten Projekten ihre Rollen gespielt hatten? Ist hinter den Kulissen längst im Geheimen verhandelt, wie es hier und da weitergeht? Oder heißt das Motto: Nach der Wahl die Füße stillhalten und das neue Revier nicht gefährden?

Vor allem die Grünen schweigen auffällig beharrlich. Hatten die großen Wahlgewinner doch fast bis zum Wahltag Themen wie den verschmutzten Erbach – der Schaum scheint kein Aufreger mehr zu ein – oder die angeblich gefährlichen Auswirkungen des Brandes bei Mobius intensiv thematisiert, die Behörden kritisiert (und damit wohl Wähler mobilisiert). Nun haben sie angeblich fraktionsintern beschlossen, die hochumstrittene Variante 2 des Ost-Anschlusses im Stadtrat zu kippen. Es wäre doch ein Leichtes, das jetzt öffentlich zuzugeben!

Ab morgen haben die Meteorologen eine Abkühlung gemeldet – vielleicht werden die Parteien dann ja mitteilsamer?

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