1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Corona-Krise befeuert Arbeitslosigkeit

Ernüchternde Arbeitsmarktzahlen für April im Saarpfalz-Kreis : Corona-Krise befeuert Arbeitslosigkeit

Im Saarpfalz-Kreis steigt sie stark an - saisonüblich wäre ein Rückgang. Rund 23 000 Angestellte wurden kreisweit in Kurzarbeit geschickt.

Die Corona-Pandemie trifft auch im Saarpfalz-Kreis nun deutlich den Arbeitsmarkt. Die saarländische Agentur für Arbeit zählte nach eigener Mitteilung hier im April 4193 Arbeitslose. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer stieg gegenüber dem Vormonat um 461. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 515 beziehungsweise rund 14 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,4 Prozent, sowohl 0,6 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats wie auch des Vorjahres.

„Die Arbeitslosigkeit ist von März auf April stark gestiegen. Üblich wäre im saisonalen Verlauf ein Rückgang. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls deutlich höher. Von dieser negativen Entwicklung sind sämtliche Personengruppen betroffen,“ so Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. Die Corona-Krise wirkt hier zweifach: Es gibt mehr Arbeitslosmeldungen, gleichzeitig stellen die Betriebe derzeit kaum noch ein. „Vor allem findet die sonst übliche Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht statt. Es wirkt sich natürlich auch aus, dass die Arbeitsagentur den Arbeitsmarkt nicht wie sonst mit Hilfe ihrer Fördermöglichkeiten entlastet“, ergänzt Haßdenteufel.

Die Entwicklung der Kurzarbeit lässt die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt deutlich erkennen. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist von März auf April nochmals gestiegen. Bisher haben fast 1600 Unternehmen im Saarpfalz-Kreis bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angemeldet (siehe „Info“). Die Anzeigen kommen aus nahezu allen Branchen. Schwerpunkte sind das Verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung, der Handel und das Gastgewerbe. Für über 23 000 Personen wurde bisher Kurzarbeit angemeldet.

Foto: SZ/Müller, Astrid

„Würde die Arbeitsagentur im Moment nicht über Kurzarbeitergeld eine starke Brücke für viele Betriebe bauen, wären noch deutlich mehr Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen und viele Unternehmen in ihrer Existenz bedroht“, erläutert Haßdenteufel.

Beim Jobcenter im Saarpfalz-Kreis waren im April 2293 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 193 mehr als im März. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 89 über dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag mit 173 um 34 über dem Vormonats- und 41 über dem Vorjahresniveau. 693 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vormonat um 34 erhöht und gegenüber dem Vorjahr um 13 verringert. Rund 42 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im April 961. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Erhöhung um 56.

„Die Situation auf dem Stellenmarkt hat sich gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat deutlich verschlechtert. Die derzeitige Epidemie hinterlässt drastisch Spuren. In einigen Wirtschaftsbereichen kommen Stellenbesetzungen fast zum Erliegen“, so Haßdenteufel.

Im April wurden 131 Stellen zur Besetzung gemeldet, halb so viele wie im Vormonat und 180 weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 966 offene Stellen gemeldet, 348 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (minus 26,5 Prozent). Aktuell stehen 1135 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung.

arbeitsagentur.de