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Saarpfalz-Kreis denkt nicht an Rückbau von Lazarett und Testzentrum

Noch kein Durchatmen in der Corona-Krise : Saarpfalz-Kreis denkt weiter nicht an Rückbau

Auch wenn die Corona-Zahlen sich positiv entwickeln, will man Covid-Testzentrum und Lazarett aufgebaut lassen. Ein Dank gab es für die Ehrenamtler.

Die Anzahl nachgewiesener Corona-Infektionen hat sich von Dienstag auf Mittwoch im Saarpfalz-Kreis von 316 auf 317 erhöht – ein neuer Fall in Homburg kam hinzu, die Zahl der Genesenen stieg indes von 246 auf 261, effektiv infiziert sind damit derzeit noch 56 Personen.

Doch auch wenn sich die Werte seit Tagen auf einem solch niedrigen Niveau einpendeln, tageweise sogar kein neuer Corona-Positiver hinzukam, bleibt man beim Saarpfalz-Kreis vorsichtig. Weder denkt Landrat Theophil Gallo (SPD) daran, die inzwischen außer Betrieb genommene Covid-Teststation auf dem DSD-Gelände abzubauen, noch daran, die extra errichteten Versorgungszentren in der Sporthalle der Schule Neue Sandrennbahn Homburg und der „Spiel- und Sporthalle Wallerfeld/Schmelzerwald“ in St. Ingbert wieder abzuschlagen.

„Wir haben mit großen Anstrengungen binnen sehr kurzer Zeit eine umfangreiche Infrastruktur aufgebaut und auch die Verwaltungsorganisation lagebedingt angepasst. Auch wenn im Moment die Situation sich zu entspannen scheint, werden einzelne Maßnahmen und Aktivitäten beibehalten und nicht zurückgebaut, hierzu bedarf es der Verstetigung der Entwicklung, die wir noch nicht sehen“, so Gallo.

Der am 19. März von Gallo aufgrund der prekären Gesundheitslage vorsorglich einberufene Katastrophenschutzstab, der diese Versorgungszentren und das Abstrichzentrum geplant und ausgestattet hatte, bleibe mit reduzierter Personenzahl aktiv. Zu seinen Aufgaben zählen auch die Beschaffung von Schutzmaterialien und die Erstellung der täglichen Lageberichte. Unlängst habe Gallo die Ehrenamtlichen ihrer Tätigkeit im Katastrophenschutzstab entbunden. Zu ihnen zählen Michael Mörschbächer (S4 Beschaffung/Versorgung), Eric-Pascal Müller (Leiter der Fernmeldebetriebsstelle), Jörg Müller (Fernmeldewesen) und Wolfgang Rech (DRK/Fachberatung Sanitätswesen), die als Dank kleine Präsente erhielten.

Der Katastrophenschutzstab sei jüngst von der Führungsstelle im Untergeschoss der Kreisverwaltung in den großen Sitzungssaal des parlamentarischen Traktes umgezogen. Dort werde er als Lage- und Koordinierungsstelle zur Informations- und Auftragskoordination weiterhin tätig sein. „Hier kommt uns einmal mehr die räumliche Nähe zur Stadtverwaltung Homburg zugute, die uns dankenswerter Weise den großen Sitzungssaal vorläufig bis Ende Juni zur permanenten Nutzung überlässt“, so der Landrat.

Bei den organisatorischen Abläufen zeichnen sich auch weitere kleine Änderungen ab. So sei das Angebot des Bürgertelefons aufgrund mittlerweile überschaubarer Anrufzahlen zeitlich verkürzt worden. Die Kreisverwaltung bleibe aber bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen und sei nach wie vor nur nach vorheriger Terminabsprache zugänglich. Das Covid-Testzentrum werde noch für Testungen des Gesundheitsamtes genutzt. Daher bleibe es bis auf Weiteres bestehen.

„Wir beobachten die Situation sehr genau anhand der verschiedenen Indikatoren. Das ist zum einen die Entwicklung der Reproduktionszahl und zum anderen ist dies die Auslastung der Kapazitäten in der Uniklinik und im Kreiskrankenhaus. Ein Abbau der Versorgungszentren steht aktuell nicht zur Diskussion, sie sind unverzichtbarer Bestandteil der präventiven Vorsorgemaßnahmen unseres Gesundheitssystems in dieser aktuellen Lage“, so der Landrat weiter.