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Corona-Krise schlägt im Kreis Merzig-Wadern auf den Arbeitsmarkt durch

Zahlen des Arbeitsmarktes : 11 000 Menschen im Kreis sind derzeit in Kurzarbeit

Die Auswirkungen der Corona-Krise spiegeln sich jetzt auch deutlich am Arbeitsmarkt wider.

Die Auswirkungen der Corona-Krise spiegeln sich jetzt auch deutlich am Arbeitsmarkt wider. Wie die Agentur für Arbeit im Saarland mitteilt, waren im April 2693 Menschen im Kreis Merzig-Wadern arbeitslos gemeldet – 311 mehr als im März und 486 mehr als im Vorjahresmonat. Dies entspricht einem Plus von 22 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,8 Prozent und somit 0,5 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und 0,8 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

Üblich sei im saisonalen Verlauf eigentlich ein Rückgang der Arbeitslosigkeit, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, die derzeitige Lage. Doch die Arbeitslosigkeit sei stark gestiegen, betroffen seien sämtliche Personengruppen. Für die Steigerung gebe es mehrere Ursachen, sagt er: „Einerseits haben sich aufgrund der Corona-Situation die Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit extrem erhöht. Demgegenüber stellen Betriebe derzeit kaum noch ein. Vor allem findet die sonst übliche Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht statt. Es wirkt sich natürlich auch aus, dass die Arbeitsagentur den Arbeitsmarkt nicht wie sonst mit Hilfe ihrer Fördermöglichkeiten entlastet.“

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt die Auswirkungen der Corona-Krise nach Worten der Arbeitsagentur auf den Arbeitsmarkt deutlich erkennen. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist von März auf April nochmals gestiegen. Bisher haben rund 900 Unternehmen im Landkreis Merzig-Wadern bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angemeldet. Die Anzeigen kommen aus nahezu allen Branchen. Schwerpunkte sind das Gastgewerbe, der Handel, das Verarbeitende Gewerbe, die Arbeitnehmerüberlassung und der Logistikbereich. Auch das Gastgewerbe und der Logistikbereich sind stark betroffen.

Für insgesamt rund 11 000 Personen wurde laut Agentur für Arbeit bisher Kurzarbeit angemeldet. „Würde die Arbeitsagentur im Moment nicht über Kurzarbeitergeld eine starke Brücke für viele Betriebe bauen, wären noch deutlich mehr Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen und viele Unternehmen in ihrer Existenz bedroht“, sagt Haßdenteufel weiter.

Foto: SZ/Müller, Astrid

Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im April bei 1276, das waren 148 mehr als im März und über ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um mehr als ein Viertel auf 161. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sie sich um zwei Drittel. In der Altersgruppe 50 plus waren 514 Menschen arbeitslos gemeldet, 13 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter im Landkreis Merzig-Wadern waren im April 1417 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 163 mehr als im März. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 144 über dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich im April um ein Fünftel auf rund 140, das waren 47,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. 382 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vormonat um mehr als ein Zehntel erhöht und gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Prozent verringert. 36,7 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im April 520. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein Anstieg um 32, gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 16.

„Die Situation auf dem Stellenmarkt hat sich gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat deutlich verschlechtert“, sagt Haßdenteufen, und weiter: „Die derzeitige Epidemie hinterlässt drastisch Spuren. In einigen Wirtschaftsbereichen kommen Stellenbesetzungen fast zum Erliegen.“ Im April wurden demnach 96 Stellen zur Besetzung gemeldet, halb so viele wie im Vormonat und 112 weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden laut Agentur für Arbeit 610 offene Stellen gemeldet, 165 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen 732 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung (minus 18,6 Prozent zum Vorjahr).

Im Landkreis Merzig-Wadern wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 547 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 59 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten laut Agentur für Arbeit insgesamt 285 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 25 weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im April waren noch 367 Stellen unbesetzt und 158 Jugendliche unversorgt.