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Naturdenkmal: In Ballweiler steht ein gewaltiger Buchsbaum

In Ballweiler steht ein gewaltiger Buchsbaum : Dieses Gewächs steht schon länger als die Häuser

Serie „Naturdenkmäler in unserer Region“: Ein mächtiger Buchsbaum wächst in der Rubenheimer Straße in Ballweiler.

In Ballweiler gibt es zwei Buchsbäume, die es auf die Liste der Naturdenkmäler im Saarland geschafft haben. Den ersten dieser Gewächse haben wir bereits in unsere Serie vorgestellt. Und nun geht es um den mächtigen Buchsbaum in der Rubenheimer Straße. Auch er, wie gesagt, ist als Naturdenkmal kartiert, aber gar nicht so leicht zu finden. Denn er steht in einem Garten hinter einem Wohnhaus. Doch fragt man nach in der Nachbarschaft, dann wird einem schnell geholfen.

Denn dieser Baum ist ortsbekannt, sagt Edelbert Keller, ein Nachbar des stolzen Gewächses und langjähriger Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins. Der Buchsbaum stehe schon länger in diesem Gebiet als die Häuser. Es sei Adolf Hitler gewesen, auf dessen Befehl hin man bestehende Ballweiler Liegenschaften großzügig abgerissen habe und Platz für Neues zu schaffen. Aus dieser Zeit habe sein Verein noch Nachweise über den Kauf von über 100 Pflaumenbäumen, die man für Neuanpflanzungen benötigt hatte, um entstandene Lücken wieder zu schließen.

„Der Buchsbaum stand damals schon. Er wurde vom Abriss verschont und weiter gepflegt“, erzählt uns Edelbert Keller. Er gebe damit Zeugnis von einer Ortschaft, die es so gar nicht mehr gebe. Im Hof treffen wir auch auf Dirk Hemmerling vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) unter dem Dach des Umweltministeriums. Er betreut im Fachbereich Natur- und Artenschutz die Naturdenkmäler landesweit und hat am Buchsbaum Arbeiten in Auftrag gegeben. Ein Gärtner schneidet Zweige zurück. „Da der Baum unter Naturschutz steht, ist jede Veränderung nur mit Genehmigung des LUA gestattet. Wir hatten einen Gutachter hier, der empfohlen hatte, die Krone etwas vom ausladenden Gewicht zu entlasten. Diese Arbeiten haben wir in Auftrag gegeben und schauen uns vor Ort auch die Ausführung an“, so der Experte.

Er ist zufrieden. Der Rückschnitt hat dem Baum nicht geschadet, er soll aber einen Astbruch verhindern. Dass dieser möglich sei, beweise ein Blick zum Stamm: „Hier kann man mit der Hand durchgreifen“, sagt er und zeigt auf ein klaffendes Loch. Dennoch gelte der Baum als sicher und werde weiter erhalten. Im Schatten des Buchs’ steht eine grüne Bank, hier können die Anwohner einen kühles Plätzchen finden. Zweimal im Jahr kommt das LUA und kontrolliert den Baum, der als Naturdenkmal unter besonderem Schutz steht und noch viele Jahre erhalten bleiben soll.