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Naturdenkmal in Riesweiler ist unrettbar verloren

Ein Jammer, aber nicht zu ändern : Bald muss dieser Baum leider sterben

Serie „Naturdenkmäler in unserer Region“. Heute: die Stieleiche von Riesweiler.

Das Naturdenkmal „Stieleiche Riesweiler“ ist leider ein sterbender Riese. Würde der Baum nicht unter Naturschutz stehen, man hätte ihn sicher längst gefällt. Heute führen nur noch zwei mächtige Seitenäste in die Krone, andere wurden bereits zurückgeschnitten und der Hauptast wurde mit einem Stahlseil gesichert, da auch er abzubrechen droht. Das Seil wird verhindern, dass die Äste den nahen Pirminiusweg treffen, wo Wanderer an dem Naturdenkmal vorbeispazieren können. Imposant ist der Stamm der alten Eiche, ein Koloss mit mehreren Metern Umfang. Aber auch hier zeigen Astlöcher, Abbruchstellen und Spalten, dass die alte Eiche ihr Lebensende bald erreicht haben dürfte. Wenn man sich danach die Mühe macht, den Stamm zu durchsägen und die Jahresringe zu zählen, wird man möglicherweise auf weit mehr als 500 Jahre kommen.

Stieleichen, die so mächtige Stämme haben, können 500 bis 1000 Jahre alt werden. In Einzelfällen wurden solche Bäume schon 1400 Jahre alt. Der Baum des Jahres 1989 ist in ganz Europe verbreitet, trotzdem sind Stämme dieser Wucht und Pracht auch bei uns selten. Das Landesamt für Umweltschutz hat die Riesweiler Eiche unter Naturschutz gestellt, der Saarforst kümmert sich um die Verkehrssicherung. Der nächste Blitzeinschlag kann das Dasein des Baumes leider schon beenden, erst dann wird man sein Alter vielleicht genauer untersuchen. „Aktuell haben wir dazu keine Daten“, sagt Dirk Hemmerling vom Landesamt. Das genaue Alter kenne man nicht, man habe die Eiche geschützt, weil sie ein Naturgebilde sei, das eine besondere Seltenheit und Schönheit aufweise. Nimmt man nur das mittlere Alter einer ausgewachsenen Stieleiche, dann hat dieser Baum in der Parr eine wechselvolle Geschichte erlebt: die Eroberung und Zerstörung der Medelsheimer Burg, die Französische Revolution, die Aufnahme ins Königreich Bayern bis zu den Weltkriegen. Sie stand in Bayern, im Saargebiet, in Frankreich und Deutschland, ohne je von ihrem Standort gewichen zu sein. Heute findet man die Eiche ortsausgangs Riesweiler Richtung Brenschelbach, nahe einer Wegegabelung.