1. Saarland

Patienten haben mollig warm dank Erdwärme

Patienten haben mollig warm dank Erdwärme

Neunkirchen. Ein riesiger Bohrer arbeitet sich tief ins Erdreich - direkt neben dem Erweiterungsbau Nord des Städtischen Klinikums in Neunkirchen. An vier Stellen werden die Bohrungen bis in eine Tiefe von 130 Metern durchgeführt. Mithilfe dieser Bohrungen wird über Doppel-U-Sonden dem Erdreich Wärme entzogen

Neunkirchen. Ein riesiger Bohrer arbeitet sich tief ins Erdreich - direkt neben dem Erweiterungsbau Nord des Städtischen Klinikums in Neunkirchen. An vier Stellen werden die Bohrungen bis in eine Tiefe von 130 Metern durchgeführt. Mithilfe dieser Bohrungen wird über Doppel-U-Sonden dem Erdreich Wärme entzogen. "Bei kleinen Maßnahmen wie Einfamilienhäusern ist der Einsatz von Erdwärme schon Standard", erklärt Ingenieur Hubert Maus von WPW Ingenieure in Saarbrücken. Bei größeren Projekten sei die Geothermie eine Frage der Wirtschaftlichkeit. "Und eine Frage der Einstellung in Sachen Ökologie", ergänzt Klaus-Dieter Hielscher, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums.Auf den Dächern des Klinikums sind seit drei Jahren Solaranlagen installiert. "Die Nutzung von Erdwärme ist ein weiterer Ausbau des ökologischen Gedankens", sagt Hielscher. Rund 50 000 Euro werden in die Bohrungen investiert. Mit der Wärme, die dem Erdreich in der Heizperiode entzogen wird, könnten vier moderne Einfamilienhäuser beheizt werden. Im Laufe des Jahres werden zirka 62 500 Kilowattstunden Wärme auf regenerative Weise erzeugt. "Wir sparen damit 6000 Euro Energiekosten im Jahr", kalkuliert Hielscher. Somit habe sich die heute getätigte Investition in zirka acht Jahren refinanziert.

Genutzt wird die gewonnene Wärme, um die Fußbodenheizung des fünften Obergeschosses, in dem Patientenzimmer untergebracht sind, zu versorgen. Die für die Fußbodenheizung ausreichende niedrige Systemtemperatur sichere einen wirtschaftlichen Betrieb der Wärmepumpenanlage.

Aber die Wärmepumpe wird nicht nur in der kalten Jahreszeit, sondern auch im Sommer genutzt: Durch Umschaltung zur Kältemaschine wird so ebenfalls ein Teil des Kältebedarfes des Gebäudes gedeckt. Die gewonnene Kälteleistung wird zur Kühlung des fünften Obergeschosses verwendet. "Es ist eine Klimatisierung auf natürlichem Wege", erklärt Hielscher. Die abzuführende Wärme wird im Kühlfall über die Erdsonden wieder an das Erdreich abgegeben. Somit kann sich das Erdreich in den Sommermonaten regenerieren, was sich positiv auf die Wärmeentzugsleistung im Winter auswirkt. Die Bohrungsarbeiten werden bis spätestens Montag abgeschlossen sein.