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"Unsere Lebenssituationen werden bunter"

"Unsere Lebenssituationen werden bunter"

Eppelborn. "Es funktioniert", sagte die Eppelborner Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset bei der Begrüßung der Gäste im großen Saal des Kultur- und Kongresszentrums Big Eppel, der am Montagnachmittag gut gefüllt war

Eppelborn. "Es funktioniert", sagte die Eppelborner Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset bei der Begrüßung der Gäste im großen Saal des Kultur- und Kongresszentrums Big Eppel, der am Montagnachmittag gut gefüllt war. Die Verwaltungschefin als Gastgeberin meinte wohl in erster Linie das Mikrofon am Rednerpult, funktioniert hat aber auch ihre Einladung zu der Veranstaltung über neue Wohnformen in der Gemeinde, über gemeinschaftliches Wohnen und das Wohnen mittendrin im Ort. Gemeinsam mit Rosie Hans und Roswitha Fischer von der regionalen Kontaktstelle für das Saarland des Forums gemeinschaftliches Wohnen hat die Eppelborner Verwaltung dieses Angebot vorbereitet, um die Bürger für individuelle Möglichkeiten neuer Wohnformen zu begeistern.

Saarländische Projekte

Und weil es längst funktionierende Beispiele dieser Art gibt, waren auch Mitmacher von saarländischen Projekten wie in Saarbrücken, Neunkirchen oder Saarlouis als Gesprächspartner vor Ort. Mit Berit Heger von der DRK-Beratungsstelle Lebenswohnraum für Rheinland-Pfalz hatte man eine Referentin gewonnen, die anhand der vielen Pfälzer Projekte ganz konkret schilderte, was zu tun und zu bedenken ist, will man aus der Einzel-Wohnungssituation heraus.

"Unsere Lebenssituationen werden bunter", machte Heger deutlich, dass gemeinschaftliches Wohnen sich nicht nur auf die ältere Generation bezieht, sondern auch auf jüngere Singles oder Familien. Denn gemeinschaftliche Projekte sollen individuelles Wohnen mit dem Nutzen und den Möglichkeiten einer vitalen Nachbarschaft verbinden. Vor der Gründung eines Projektes müssen die Interessenten viel abwägen. Wo soll es sein, wie soll es strukturiert sein, mit wem will ich zusammenleben, was erwarte ich von den anderen, wie soll die Finanzierung aussehen, privates Bauen oder Bauträger/Investor/Genossenschaft?

Heger brachte viele Denkanstöße ein: Wie können die Bausteine von Pflege und Betreuung integriert werden, was können Bürgervereine dazu leisten, kann Carsharing verwirklicht werden, kann Hausaufgaben-Hilfe im Projekt organisiert werden, wie wollen die Bewohner den gemeinsamen/privaten Alltag anpacken? Zurzeit gibt es die meisten gemeinschaftlichen Wohnprojekte im städtischen Raum, wo die bestehende Infrastruktur solch ein Vorhaben erleichtert. In den kleineren Orten, die bereits unter dem Mangel an Geschäften und Unterhaltungsmöglichkeiten, schlechter ÖPNV-Anbindung und der Zersiedlung leiden, müssten auch diese Komponenten abgewogen werden.

Klar machte die Referentin auch, dass Politik und Kommunal-Verwaltungen mitdenken und arbeiten müssten, um das Wohnen auf dem Land auch in Zukunft lebenswert zu machen.

Altersmäßig bunt gemischt war das Publikum am Montag im Big Eppel, vertreten waren auch die acht Ortsteile, wo es auch bereits beispielsweise in Wiesbach mit dem Generationentreff die ersten Bürgerprojekte gibt. Die Gemeinde will die Diskussion um neue Wohnformen weiter befeuern: Mit den Bürgern, die sich in eine Interessenten-Liste eingetragen haben (und allen, die sich noch anschließen wollen), wird es weitere Veranstaltungen geben.

Bis Ostern ist im Big Eppel eine Ausstellung über die bestehenden Wohnprojekte in Rheinland-Pfalz zu sehen.

wohnenmittendrin.de

fgw-ev.de

galiasaar.wordpress.com

eppelborn.de