1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Neunkirchen

Beim Familienzank blieb kein Auge trocken

Beim Familienzank blieb kein Auge trocken

Illingen. Spontaner Applaus brach los, als sich am Samstagabend in der Illipse Illingen der Bühnenvorhang hob: Vor einem gemalten Waldhintergrund stand zwischen echten Tannen eine rustikale Holzhütte. Idyllische Details bereicherten die Szene: Ein Eichhörnchen auf dem Dach, bepflanzte Blumenkästen, Fliegenpilze, ein Vogelhäuschen und mehr

Illingen. Spontaner Applaus brach los, als sich am Samstagabend in der Illipse Illingen der Bühnenvorhang hob: Vor einem gemalten Waldhintergrund stand zwischen echten Tannen eine rustikale Holzhütte. Idyllische Details bereicherten die Szene: Ein Eichhörnchen auf dem Dach, bepflanzte Blumenkästen, Fliegenpilze, ein Vogelhäuschen und mehr. "Ach Gott, wie scheen!" und "Arisch scheen!", ging es durch den voll besetzten Saal. Über diese Reaktion des Publikums habe sich die Mundartbühne des Theatervereins Illingen ganz besonders gefreut, berichtete Iris Schröder später. Ein Dank ginge an Bürgermeister Armin König, der einen früheren Beginn des Kulissenaufbaus (Michael Schröder und Team) ermöglicht habe.

Der Applaus riss nicht ab an diesem Abend, an den Elvira Fuck Regie führte. Familienzank, Missverständnisse und Verwicklungen ließen den Zuschauern bei dem Stück "Omas abenteuerlicher Geburtstag" von Bernd Gombold zwischen den Lachern nur wenig Zeit zum Luftholen: "Der Wald kennt keine Gnade!", beschwert sich Lydia (Birgit Prams), die in bester Garderobe mit dem Desinfektions-Spray in der Hand durch den Wald stöckelt.

Der Wald ist nicht schlimm

Ginge es nach ihr, würde ihre Schwiegermutter, Oma Maria, ihren 70. Geburtstag im "Restorong" feiern und nicht in ihrer Waldhütte. Dabei ist der Wald nicht einmal das Schlimmste: "Dei Bagahsch is dat Problem!", fährt sie ihren Mann Erich (Jens Lenhoff) an. Erich und Tochter Christine (Manuela Bick) sind die Einzigen, die dem Wochenende in freier Natur etwas abgewinnen können - das wird klar, als der Rest von Omas sich fortwährend streitender "Bagahsch" eintrifft: die geizige Tochter Martha (Iris Schröder) und das etwas einfältige Muttersöhnchen Rudi (Horst Prams). Doch die Motivation steigt schlagartig, als Oma in ihrer Hütte einen schwarzen Beutel mit Geldscheinen findet. "Ach, Kinna! Is das mei Geschenk?", freut sie sich. Doch weit gefehlt - die Familie streitet bereits um das Erbe des geheimnisvollen Fundes. Für Begeisterung sorgte ein folgenschweres Missverständnis: Nicht ahnend, dass der harmlose Wilhelm Würmlein (Gerd Saar) einen Schmetterling meint, als er den "schwarzen Beutel" sucht und ihn unter Lydias Rock vermutet, hält man ihn für den Einbrecher, der das Geld hinterlassen hat. Weitere zufällig aufkreuzende Figuren vervollständigen das Chaos, bevor sich nach drei Akten ein Happy End einstellt: Enkelin Christine bekommt das Geld, Oma Maria mit Wilhelm Würmlein eine neue Liebe.

Kräftiger Applaus belohnte die Mundartbühne für die intensiven Proben seit Dezember. "Eine besonders tolle Aufführung und die Darsteller sind einfach super. Wir sind treue Fans", meinten Claudia Schulz und Maria Kohn. Rita Lieblang sagte: "Das Bühnenbild war einfach klasse, besonders weil alles selbst gemacht ist." ani

Auf einen Blick

Mitwirkende: Margret Detemple (Oma Maria); Erich (Jens Lenhoff); Lydia (Birgit Prams); Rudi (Horst Prams); Martha (Iris Schröder); Christine (Manuela Bick); Gerd Saar (Wilhelm Würmlein); Andreas Hübgen, Jörg Zetzsche, Brigitte De Pizzol und Daniel Nadig in weiteren Rollen; Elvira Fuck (Regie). ani