Kirchengemeinde geht mutig voran

Wiebelskirchen. Schwer ins Zeug legten sich gestern Mira, Yanik, Cedric, Emilia, Manuel und Leonie: Mit Schwung feuerten sie den rötlichen Sand von ihren Schaufeln beim symbolischen Spatenstich für den Erweiterungsbau an ihrem Kindergarten. Zwar werden die Vier- bis Sechsjährigen nicht mehr in den Genuss kommen, dort "einzuziehen"

Wiebelskirchen. Schwer ins Zeug legten sich gestern Mira, Yanik, Cedric, Emilia, Manuel und Leonie: Mit Schwung feuerten sie den rötlichen Sand von ihren Schaufeln beim symbolischen Spatenstich für den Erweiterungsbau an ihrem Kindergarten. Zwar werden die Vier- bis Sechsjährigen nicht mehr in den Genuss kommen, dort "einzuziehen". Doch sie freuten sich mit den Erwachsenen, dass die evangelische Kirchengemeinde Wiebelskirchen endlich die Kinderkrippe für zehn Plätze in die Tat umsetzen kann. Denn bereits 2010 hatte sich das Presbyterium für eine Erweiterung der Einrichtung um ursprünglich 20 Krippenplätze ausgesprochen. Aus Kostengründen schrumpfte diese Zahl auf zehn.

Gemeindepfarrerin Dagmar Labow stellte dem Tag des Spatenstichs einen Bibelvers nach Johannes voran: "Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat…" Manchmal müsse man lange an etwas glauben, bis es auf den Weg gebracht werden könne. Wie dieser Weg aussah, schilderte Baukirchmeister Volker Schweig. Grundvoraussetzung für den Erweiterungsbau an den bestehenden Kindergarten in der Schillerstraße sei es gewesen, Zuschüsse zu erhalten und die Nachbarwiese zu erwerben. Sein Dankeschön richtete sich deshalb an besagte Nachbarn, die dem Verkauf zustimmten und an die Zuschussgeber. So steuern der Bund 100 000 Euro, das Land 184 000 Euro, der Kreis rund 138 00 Euro und die Stadt ebenfalls 138 000 Euro zu den Baukosten hinzu. Insgesamt 85 000 Euro muss die evangelische Kirchengemeinde selbst aufbringen. Im Erweiterungsbau werden 245 Quadratmeter zur Verfügung stehen, in denen ein großer Gruppenraum, Ruhe- und Schlafräume, ein Personalraum, Küche und Bistro Platz finden.

Mit den neuen Krippenplätzen erfüllt die evangelische Kirchengemeinde den Eltern in Wiebelskirchen einen großen Wunsch. "Wir hatten viele Anrufe mit der Nachfrage nach Krippenplätzen", schildert Susanne Fritz die Situation der vergangenen Jahre. Als langjährige Leiterin der Einrichtung ist sie erleichtert, dass dieser "Druck" nun bald ein Ende hat. "Jetzt können wir den Eltern sagen, in absehbarer Zeit können wir Krippenplätze anbieten." Dies wird wohl Anfang nächsten Jahres der Fall sein. Als "einzig richtigen Weg, dem Demografiewandel entgegen zu treten", bezeichnete Bürgermeister Jörg Aumann die Entscheidung des Presbyteriums, in die Krippenplätze zu investieren. Ein gutes Bildungs- und Betreuungsangebot werde dazu führen, dass sich junge Menschen wieder für Kinder entscheiden, ist Aumann überzeugt.