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Der Tennisspieler Paul-Georg Günther vom Tus Neunkirchen ist auf dem Weg nach oben.

Tennis : Im Steilflug Richtung Top 1000

Paul-Georg Günther vom TuS Neunkirchen will Tennisprofi werden. Dafür passt er sogar sein Studium dem Trainingsplan an. Aktuell schlägt der 22-Jährige bei der Regionalmeisterschaft in Blieskastel auf.

Am Freitag, 26. Juni findet das Herren-Finale der Tennis-Regionalmeisterschaften auf der Anlage des TC Blieskastel statt. Ob Paul-Georg Günther vom TuS Neunkirchen dann im Endspiel steht, ist noch nicht entschieden. Gute Chancen hat der 22-Jährige, der in der deutschen Rangliste auf Position 156 geführt wird, aber allemal.

In der Setzliste ist nur Lars Johann (deutsche Rangliste: Platz 123) vom derzeit klassenhöchsten saarländischen Verein, dem Regionalligisten Tenniszentrum Sulzbachtal, vor Günther platziert. Auf ihn kann der TuS-Spieler aber erst im Finale treffen.

In den ersten beiden Runden hielt sich Günther schadlos, gab weder gegen Ben Hecker noch gegen Emil Kaspari (beide TC Rotenbühl) einen Satz ab, am heutigen Montag wartet um 18 Uhr mit Dustin Schuh der erste große Härtetest auf den TuS-Spieler.

In einem möglichen Finale mit Johann hätte Günther noch eine Rechnung zu begleichen. Gegen Johann hatte er nämlich Anfang Februar im Endspiel der Hallen-Saarlandmeisterschaften an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken verloren. Auf dem Weg ins Finale hatte Günther dafür Milan Welte (TZ Sulzbachtal) ausgeschaltet. Welte gilt als derzeit größtes saarländisches Talent. Er gewann bei der German Pro Series“ des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) am letzten Dienstag sogar gegen Peter Gojowczyk, die Nummer 119 der Welt.

Im Alter von fünf Jahren hatte Paul-Georg Günther zum ersten Mal einen Tennisschläger in der Hand. „Das war aber in Rostock, wo ich gebürtig herkomme. Als ich zwölf war, bin ich dann ins Saarland umgezogen“, erzählt der 22-Jährige. Hier habe er überwiegend in St. Ingbert bei Eduard Samuel und Marc Schmitt trainiert. Seit 2017 spielt er für den TuS Neunkirchen. Im vergangenen Winter stand er in der deutschen Rangliste noch auf Position 140. „Wegen Corona bin ich dann einige Plätze gefallen, ansonsten ist es eigentlich stetig bergauf gegangen“, berichtet Günther. Zu Beginn der Pandemie musste er eine Pause von anderthalb Monaten einlegen. Er hätte dann aber das Glück gehabt, über Kontakte auf privaten Plätzen wieder trainieren zu können. „Dass wir jetzt schon wieder Turniere bestreiten können, ist – abgesehen vom Profi-Fußball – vermutlich einmalig“, freut er sich

Obwohl er also seit längerem wieder zum Schläger greifen darf – in seiner „Vor-Corona-Form“ sei er wegen der langen Pause noch nicht. Beim Turnier in Blieskastel wolle er sein Timing verbessern und „richtig in die Saison hineinfinden“.

Mit dem Tennis begonnen habe er wegen Profi Rafael Nadal. Der spanische Sandplatzspezialist – der wegen seiner langen Haare, den armlosen Shirts und seines außergewöhnlichen Spielstils zu den Anfängen seiner Karriere als Paradiesvogel galt, sei Günther in jungen Jahren in Hamburg bei einem Turnier aufgefallen. „Mittlerweile bin ich dann aber mehr ins Lager von Roger Federer gewechselt. Von den jüngeren Spielern gefallen mir aufgrund ihrer Spielweise Alexander Zverev und Stefanos Tsitsipas sehr gut“, ergänzt der TuS-Spieler.

Zu seinen Stärken zählt der in St. Ingbert lebende Günther seine Vorhand und den Aufschlag. Verbesserungspotenzial sieht er in seinem Bewegungsablauf. Dass er zuweilen nicht tief genug in die Knie gehe, merke er vor allem bei seinen Rückhand-Schlägen, bei denen er ebenfalls noch Luft nach oben sieht.

Auch wenn die Tennis-Saison wegen Corona gerade erst wieder gestartet ist, blickt Günther schon weiter auf das kommende Jahr. In der deutschen Rangliste will er dann in die Top 100 vorstoßen – und auch in der Liga verfolgt er ambitionierte Ziele: „Ich will es möglichst weit nach vorne packen. Im nächsten Jahr habe ich in Sachen Mannschaft die Regionalliga im Auge – eventuell in Richtung Frankfurt oder Mannheim.“

In der Weltrangliste will der St. Ingberter nächstes Jahr unter die besten 1000 kommen. Das ist gar nicht so einfach. Nicht nur, weil Günther derzeit noch rund 1500 Plätze von diesem Ziel entfernt ist, sondern auch, weil er ein Sportmanagement-Studium in Mainz aufgenommen hat. Das Studium werde allerdings an seine Trainingszeiten angepasst, damit er seinen Traum, Tennisprofi zu werden, verfolgen kann.

An Zielen für das kommende Jahr mangelt es Paul-Georg Günther also nicht. Eine weitaus kurzfristigere Herausforderung steht vielleicht schon an diesem Freitag auf dem Program. Dann, wenn er im Finale der Regionalmeisterschaften in Blieskastel beim Aufschlag Lars Johann gegenüberstehen könnte.

Seinen Aufschlag bezeichnet Paul-Georg Günther als eine seiner größten Stärken. Bei seiner Rückhand sieht der 22-Jährige dagegen noch Luft nach oben. Foto: Stefan Holzhauser

Die Ergebnisse und der Terminplan der Tennis-Regionalmeisterschaft in Blieskastel sind auf der Website des Saarländischen Tennisbundes unter www.stb-tennis.de abrufbar.