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Bereits 68 Influenza-Fälle im Kreis

Kreis Neunkirchen. Die Kernaufgabe des Kreisgesundheitsamts ist der Amtsärztliche Dienst, aber auch Kontrollen und Gutachten gehören zu dem Leistungsspektrum. Einen genauen Einblick gab Dr. Oliver Schöne auf der Kreistagssitzung. gth

68 Fälle von Influenza, also der "echten" Grippe oder Virusgrippe, wurden in diesem Jahr bisher beim Gesundheitsamt des Landkreises Neunkirchen gemeldet. Zum Vergleich im ganzen Jahr 2014 waren es 21 Fälle. Das kommt aber bei weitem nicht an das Jahr 2009 heran: Im "Jahr der Schweinegrippe " waren es 250 Fälle. Diese Zahlen nannte Dr. Oliver Schöne, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, in der jüngsten Kreistagssitzung. Er gab dem Gremium einen Einblick in die Aufstellung und Arbeit seines Amtes, das 33 Mitarbeiter - von der Reinigungskraft bis zum Arzt - zählt. Die Abteilung Gesundheitsschutz kümmert sich um alle meldepflichtigen Infektionskrankheiten wie Influenza, Salmonellen, Novo-Virus oder auch Masern. Im vergangenen Jahr gingen 762 Meldungen ein, die meisten davon hätten infektiöse Darmkrankheiten betroffen, trug Schöne vor.

Eine Kernaufgabe des Kreisgesundheitsamtes ist der Amtsärztliche Dienst, der Kontrollen, Gutachten , Beratung und Labortests organisiert. Er überwacht beispielsweise Praxen von Ärzten und Heilpraktikern oder kontrolliert ärztliche Todesbescheinigungen. Eine eigene Abteilung ist nach wie vor die Tuberkulose-Abteilung. Diese Krankheit habe zwar keine so große Bedeutung mehr wie früher, doch es gebe immer mal wieder vereinzelte Fälle, so der Kreis-Arzt. Das Kreisgesundheitsamt leistet ferner Messungen in - oft verwahrlosten - Wohnungen, wenn etwa Schimmelpilz oder Schädlinge auftauchen. Es überwacht die Badegewässer, was im Kreis Neunkirchen die Frei- und Hallenbäder bedeutet. Noch nicht allzu lange gibt es das Aufgabengebiet Frühe Hilfen". Es dient der Vorbeugung von Vernachlässigung oder Misshandlung von Kindern. Man biete zusammen mit dem Jugendamt Unterstützung für Eltern, so Oliver Schöne, schreite auch ein, wenn Eltern ihre Kinder nicht zu den vorgeschriebenen Pflichtuntersuchungen bringen. 150 bis 160 Fälle im Jahr seien üblich.

Neu ist auch die Aufklärung und Prävention für übergewichtige Kinder, mit der man vor Ort geht. Schließlich gibt es auch den Sozialen Dienst, der Menschen mit psychischen und gesundheitlichen Problemen Beratung bietet. Diese Mitarbeiter gehen zur Aufklärung und Prävention auch in Schulen oder richten Infostände ein - verbunden zum Beispiel mit der jährlichen Aids-Testwoche.