| 00:00 Uhr

Ein PC für jeden Schüler ist nicht machbar

Kreis Neunkirchen. Neben vielem anderem sollen und müssen Schulen heutzutage auch Medienkompetenz vermitteln. Das erfordert auch eine entsprechende technische Ausstattung. Am besten ausgestattet sind dabei die Berufsschulen. Gunther Thomas

Derzeit stehen 1045 Personalcomputer (PC) in 19 Schulen in Trägerschaft des Landkreises Neunkirchen - von den Förderschulen über berufsbildende Schulen bis zu Gymnasien. Dies geht aus einer Auflistung hervor, die die Schul- und Bauverwaltung des Kreises auf Nachfrage von Uta Maria Meiser (Grüne) und Gerd Rainer Weber (Piraten) erstellt hat. Meiser und Weber bilden im Kreistag eine Fraktionsgemeinschaft.

Begründung der Anfrage: In Zeiten, in denen alle Landtagsparteien über die Einrichtung eines Schulfaches Medienkompetenz diskutieren, müsse man sich einen Überblick über die technische Ausstattung der Schulen verschaffen. Schließlich seien Medienerziehung und der Umgang mit moderner Informationstechnologie wichtige Bestandteile moderner Bildung. Neben den PC-Bildschirmen gibt es an den kreiseigenen Schulen 70 Laptops/Notebooks , 50 Smart-/Whiteboards, 225 Beamer und zwei "Medienwagen". Die PC stehen in den Schulen meist in IT-Fachräumen oder anderen Funktionssälen. PC in den Klassenzimmern selbst gibt es hauptsächlich an den BBZ. Diese weisen auch die zahlenmäßig beste EDV-Ausstattung auf (siehe "Auf einen Blick"). Ein Computer oder Tablet für jeden Schüler ist nicht machbar. Einen solchen Standard gebe es im Saarland an keiner öffentlichen Schule, so Gerhard Keßler, Chef der Kreisbau- und Schulverwaltung.

Private Laptops oder Tablets sind an den Schulen zwar nicht verboten, doch nicht für die Schulnetze zugelassen. Die Internet-Zugänge der Schulen werden nur durch schuleigene Geräte "angezapft". Das Surfen im Netz kann an fast allen Schulen über DSL-Anschlüsse erfolgen, die die Telekom im Rahmen der Initiative "Schulen ans Netz" kostenlos bereitstellt. Für die Wartung der Schüler-PC erhalten die Schulen jährlich 100 Euro pro Gerät. Meist gibt es Wartungsverträge mit ortsansässigen Firmen.

In die EDV-Ausstattung seiner Schulen hat der Landkreis in den zehn Jahren von 2005 bis 2014 rund 626 000 Euro investiert, so die Aufstellung des Kreises. Knapp 70 000 Euro davon konnten über das "Konjunkturprogramm II" der Landesregierung abgerechnet werden.



Zum Thema:

Auf einen BlickAm KBBZ Neunkirchen gibt es 175 PC und 40 Beamer, am technisch-gewerblichen BBZ 154 PC und 45 Beamer. Zum Vergleich: Am Steinwald-Gymnasium gibt es 88 PC und 22 Beamer, am Krebsberg-Gymnasium 74 PC und sechs Beamer. Bei den Gemeinschaftsschulen haben mit je 48 PC Anton-Hansen in Ottweiler, Neunkirchen-Stadtmitte und Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen die Nase vorn. An den drei Förderschulen gibt es zwischen neun und 30 PC. gth