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Viele Kitas wegen Streiks geschlossen

Saarbrücken. Um Druck in den laufenden Tarifverhandlungen zu machen, werden heute in weiten Teilen des Saarlandes die Kitas bestreikt. Besonders betroffen sind Saarbrücken und Neunkirchen: Hier hat jeweils nur eine Kita geöffnet. Nora Ernst

Zahlreiche städtische Kindertagesstätten im Saarland bleiben heute wegen eines Warnstreiks geschlossen. In Saarbrücken und Neunkirchen wird jeweils nur eine "Bereitschafts-Kita" offen haben: In Saarbrücken ist das die Kita in Malstatt in der Stromstraße, in Neunkirchen jene in der Talstraße. Drei von fünf Kitas werden in Saarlouis bestreikt, in Bexbach alle drei, in Völklingen drei von sechs, in Friedrichsthal ist eine "Notgruppe" eingerichtet, in Freisen sind alle drei geschlossen, in Heusweiler sind zwei von drei städtischen Kitas zu, in St. Ingbert eine von vier und in Ottweiler eine von drei. In Püttlingen war gestern noch unklar, wie viele Kitas betroffen sind. Auch in anderen Einrichtungen der städtischen Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe wird gestreikt.

Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Mitglieder zum Streik aufgerufen, um Druck in den Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern zu machen, nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde am Montag ergebnislos geblieben war. Verdi fordert für Erzieher , Sozialarbeiter und Sozialpädagogen eine bessere Eingruppierung, die im Schnitt zehn Prozent mehr Lohn bedeuten würde.

Die kommunalen Arbeitgeber haben kein Verständnis für den Streik. "Wir sind mitten in den Verhandlungen. Dass jetzt auf dem Rücken der Kinder und Eltern gestreikt wird, kann ich nicht nachvollziehen", sagte Barbara Beckmann-Roh, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Saar (KAV). Verhandlungsführer ist die bundesweite Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Stefan Schorr, beim Verdi-Bezirk Saar Trier für die Kommunen zuständig, betonte: "Wir streiken nicht um des Streikes willen, sondern weil wir eine Aufwertung des Berufsbildes wollen." Erzieher und Sozialarbeiter trügen eine große Verantwortung, die Arbeitsverdichtung nehme zu. Dies müsse durch eine "angemessene Bezahlung" honoriert werden. Bei den Verhandlungen ist man bislang noch uneins. Beckmann-Roh sagte, nach Berechnungen der Arbeitgeber würden die Forderungen zu einem deutlich größeren Gehaltszuwachs als nur zehn Prozent führen. Sie verwies zudem darauf, dass Erzieher im öffentlichen Dienst bereits jetzt zehn bis 15 Prozent mehr Lohn erhielten als Erzieher , die für andere Träger arbeiten. Verdi hat für heute um elf Uhr eine Kundgebung vor dem Saarbrücker Rathaus St. Johann angekündigt, im Anschluss gibt es eine Demonstration durch die Innenstadt.