Turbulenzen im Illtal

Illingen. Die Akteure der Mundartbühne knackten zwei richtig harte Nüsse in der Illipse und amüsierten mit ihrer natürlichen Art ein begeistertes Publikum. Michaela und Thomas Wieland aus Merchweiler besuchten wie auch Erika Denzer zum ersten Mal eine Aufführung der Mundartbühne. Wieland zeigte sich völlig überrascht, wie gut die Theaterspieler ihre Rollen eingeübt hatten

Illingen. Die Akteure der Mundartbühne knackten zwei richtig harte Nüsse in der Illipse und amüsierten mit ihrer natürlichen Art ein begeistertes Publikum. Michaela und Thomas Wieland aus Merchweiler besuchten wie auch Erika Denzer zum ersten Mal eine Aufführung der Mundartbühne. Wieland zeigte sich völlig überrascht, wie gut die Theaterspieler ihre Rollen eingeübt hatten. "Uns gefällt es sehr gut. Es ist unterhaltsam und lustig zugleich". Für Erika Denzer steht jetzt schon fest, dass sie sich zukünftig die Theaterabende in Illingen nicht entgehen lässt. "Es war einfach toll", sagte die Hüttigweilerin. Gisela Klein gefielen die wunderschönen Wortdrehungen und der herzige Bezug zu Illingen. Hausherr Bürgermeister Armin König sagte: "Sie spielen alle wundervoll mit vollem Einsatz. Man merkt, dass sie mit Leidenschaft dabei sind. Dieses Theater mit Herz kommt über die Rampe gut rüber." Dreh- und Angelpunkt der Aufführung war der Lechnerhof, auf dem der Kindersegen ausblieb. Die Kräuterhexe Luzie überzeugte die Bäuerin, dass nur sie hierfür die Schuld trägt, weil sie den Bauern einem anderen Mädchen weggenommen hat, dass sich damals berechtigte Hoffnungen auf eine Heirat ausmalte. Auf diese Weise gelingt es der Kräuterhexe die glückliche Ehe der Bauersleute zu trüben. Findelkind Martha wird Angestellte am Hof und erledigt gemeinsam mit Aloysius, genannt Alois, die Arbeit. Gern würden die Lechners die beiden vereint und als Erben ihres Hofes sehen. Da erscheint völlig unerwartet ein junger Poet auf dem Hof, der schöne Verse macht und die "Psyche" der Magd Martha, die er ganz liebevoll "taubefeuchtete Rose des Illtals" nannte, erweckt. Auf der Bühne ging es zuweilen heiß, turbulent und schrill her. Ein Gespenst konnte sein Vorhaben nicht realisieren und die Bäuerin so erschrecken, dass sie wieder im ehelichen Schlafzimmer nächtigt. Die Schlägerei, bei der Alois den Poeten ausschalten wollte, lief aus dem Ruder. Einzig und allein blieben Zahnlücken zurück, die dann Martha und Alois einander näher brachten. Für Aufsehen sorgte Brunhilde, der "parfümierte Drachen." Seit 25 Jahren regelt sie ihren Karl-Heinz mit dem Satz "Misch dich nicht ein." Die Theaterspieler können sich im Jubiläumsjahr (der Verein wird 100 Jahre alt, die Mundartbühne 40 Jahre) über eine erstklassige Vorführung freuen. Die Akteure durften wieder einmal vor einer traumhaften Kulisse spielen. Die Regisseurin bewies bei der Rollenbesetzung ein erstklassiges Händchen. Betonung, Mimik, Gestik, Kostümierung, Maske und gute Licht- und Tontechnik zeichneten das perfekte Bühnenspiel aus. Die Theaterbesucher honorierten die tolle Arbeit mit lang anhaltendem Applaus.