Kommunalwahlen in Illingen : Illinger Grundstimmung: Zufriedenheit

Am 1. Oktober beginnt die vierte Amtszeit des Illinger Langzeit-Bürgermeisters Armin König (CDU). Im August konstituiert sich der neue Gemeinderat, der dann sechs statt vier Farben hat. Neu sind AfD (2 Sitze) und FDP (1 Sitz).

Heitere Gelassenheit bei Amtsinhaber und Herausforderer in Illingen am Tag eins nach dem Super-Wahltag. Bürgermeister Armin König ist nicht unzufrieden mit seinen 56,1 Prozent bei seiner vierten Urwahl und sein sozialdemokratischer Mitbewerber Michael Christ sehr zufrieden mit seiner 43,9 Prozent-Premiere. „Das ist das beste Ergebnis bisher für uns“, resümierte ein ebenfalls zufriedener Guido Jost, der aktuelle Sprecher der SPD-Fraktion im Gemeinderat. Christ sagte der SZ, dass er sich weiter im Illinger Ortsrat, wo er bislang Sprecher der SPD war, für den Ort und seine Bürger engagieren werde. Jetzt über mögliche weitere Optionen zu spekulieren, sei verfrüht. Was allerdings durchschimmert, ist die Bereitschaft von Christ, sich weiter von seiner Partei in die Pflicht nehmen zu lassen.

Im neuen Gemeinderat, der sich wohl in der zweiten August-Hälfte konstituiert, hat sich die Farbenlehre verändert. Die bisherige Zusammensetzung: CDU 16 Sitze; SPD 14, Linke 2, Grüne 1 (Kooperation SPD, Linke, Grüne als Mehrheit im Rat). Die Wähler haben sich nun für diese Sitzverteilung entschieden: CDU 14, SPD 12, Grüne 3, AfD 2, Linke 1, FDP 1. Verwaltungschef Armin König, der schon die unterschiedlichsten Konstellationen des Rates in seiner bisher 23 Jahre währenden Amtszeit erlebt hat, steht dem neuen Tableau recht gelassen gegenüber. „Ich setze auf die Vernunft der Ratsmitglieder“, so König, der sicher ist, dass sich wie bisher stabile Mehrheiten finden lassen werden. „Es gibt etliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit von einer Großen Koalition bis zu Jamaika“, sagt er und nimmt bei diesen Kooperations-Lösungen ausdrücklich die AfD aus.

Königs Parteifreund Alfons Vogtel, der bislang die CDU-Fraktion führte und für diese Position wieder zur Verfügung steht, argumentiert ähnlich und verweist darauf, dass die wichtigen Entscheidungen im Gemeinderat durchweg einstimmig gefasst worden seien. Mit der ihm eigenen Unaufgeregtheit nimmt er die bevorstehende Mitwirkung der AfD zur Kenntnis.

Guido Jost nimmt das gegenüber der Kommunalwahl 2014 schlechtere Abschneiden seiner SPD zwar mit Bedauern zur Kenntnis, weist aber darauf hin, dass man in Illingen im Vergleich zum Bundestrend noch gut dastehe. Außerdem könne die SPD in vier von sechs Ortsräten (siehe Info) dank ihrer Mehrheit den Ortsvorsteher stellen. Teilweise mit noch besseren Ergebnissen als 2014.

Die Ergebnisse der Gemeinderatswahl in Illingen mit Gewinnen/Verlusten im Vergleich zu 2014 in Kürze: CDU 40,8 Prozent (minus 3,9 Prozentpunkte); SPD 36,3 Prozent (minus 5,5); Linke 4,4 Prozent (minus 1,6); AfD 6 Prozent (2014 nicht angetreten); Grüne 9 Prozent (plus 4,2 Prozent); FDP 3,5 Prozent (plus 0,8).

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