Armin König (CDU)  tritt zum vierten Mal zur Bürgermeisterwahl in Illingen an

Bürgermeisterwahl in Illingen : Armin König (CDU) tritt zum vierten Mal an

Der Christdemokrat Armin König ist seit Sommer 1996 Bürgermeister von Illingen. In drei Direktwahlen setzte er sich gegen die Genossen Walter Schreiner, Gerhard Meiser und Christian Petry durch. Nun strebt er seine vierte Amtszeit an.

Gleich zu Beginn des Gesprächs mit der SZ haut Armin König einen Knaller raus: „In den nächsten drei Jahren will ich einen kommunalen Kindergarten mit mindestens 99 Plätzen bauen.“ Standort? Am Illinger Schulzentrum mit der Fortuin-Gemeinschaftsschule und dem Illtal-Gymnasium. Im Rahmen eines Kinder- und Familienplans für seine Gemeinde strebt König bis 2024 insgesamt 200 neue Kita- und Krippenplätze sowie eine gebundene Ganztagsgrundschule an. Wobei er grundsätzlich nicht nur den Nachwuchs im Blick hat, sondern die gesamte demografische Entwicklung mit immer mehr älteren, oft alleinstehenden Menschen mit ihren speziellen Bedürfnissen. Ein akutes Problem: Oft hinterlassen  die Senioren  Immobilien in den Ortskernen, die mangels baulicher Attraktivität keiner mehr haben möchte. Junge Leute zieht es  in Neubaugebiete. „Das ist aber der falsche Weg, wir brauchen qualitativ hochwertigen Wohnraum mittendrin“, sagt der promovierte Verwaltungswissenschaftler. Nur so könnten die Orte lebendig gehalten werden. Da seien auch die Architekten gefordert, ihre Kunden für den Erwerb und die Umgestaltung von Altbauten zu begeistern.

Nach fast 23 Jahren als Verwaltungschef präsentiert sich der  knapp 62-Jährige zwar längst mit grauem Haupthaar, doch die Ideen in seinem Kopf sind bunt wie eh und je. Und der Brilli glitzert nach wie vor im Ohrläppchen. Ja, er habe weiter große Lust, die Gemeinde in die Zukunft zu führen, er wolle in diesen dynamischen Zeiten weiter gestalten. Dass er seinen Tatendrang nicht nur auf kommunaler Ebene auslebt, bringt ihm bisweilen Kritik ein. Statt sich ums Grubenwasser, den Saar-ÖPNV  oder die Wünsche des Chefs des Saarbrücker Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit Cispa, Professor Michael Backes, zu kümmern, solle er eher „daheim seine Hausaufgaben machen“, wie es Illinger Sozialdemokraten gerne ausdrücken. Das ficht König nicht an.

„Ich sage, was Sache ist, bin nah dran an den Menschen und fürchte mich nicht vor großen Tieren“, sagt König, der mit seiner Partei einen Nachfolger/eine Nachfolgerin für sich aufbauen will. Denn aus Altergründen kann er die zehn Jahre währende Wahlperiode nicht komplett machen. Laut Bürgermeisterverfassung ist spätestens mit 68 Schluss.

 „Frustrationstoleranz“ brauche man als einer, der immer in der Öffentlichkeit steht, der zusehen muss, wie auf den oft langen Wegen durch Gremien, Zuständigkeiten und Instanzen aus Geistesblitzen durchaus mal eher Kleinkariertes wird. Auch die immer häufiger werdenden Anfeindungen in den „sozialen Netzwerken“ seien manchmal schwer zu ertragen. Das sagt einer, der die digitale Klaviatur so virtuos beherrscht, wie kaum ein anderer Vertreter seines Berufsstandes und seiner Altersklasse. Als Ausgleich pflegt Armin König die Kultur, verbringt sehr gerne Zeit bei Veranstaltungen in der Illipse („die schönste Kulturpraline im Land“), liebt Bücher, das Schreiben, und ist auch regelmäßig sportlich unterwegs.

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