Krankenhaus-Schließung: Klinik-Aus: Grüne und Linke sind alarmiert

Krankenhaus-Schließung : Klinik-Aus: Grüne und Linke sind alarmiert

Wie ist es nach der Schließung des Waderner Krankenhauses um das Gesundheitsversorgung im Hochwald bestellt? Diese Frage treibt die Politik um.

Die anhaltende Debatte um das Waderner Krankenhaus ruft die Vertreter von Linkspartei und Grünen auf den Plan. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Klinik unter der Trägerschaft der Marienhaus GmbH möglicherweise noch vor dem ursprünglich genannten Termin Ende Dezember ihren Betrieb einstellen wird (die Saarbrücker Zeitung berichtete).

„Das Theater um die Schließung des Krankenhauses Wadern muss ein Ende haben“, kommentierte die Linken-Abgeordnete und Kreisvorsitzende der Partei in Merzig-Wadern, Dagmar Ensch-Engel, diese neuen Entwicklungen. Sie forderte  von den Verantwortlichen klare Aussagen zum weiteren Vorgehen  ein. Ensch-Engel: „Neben den Sorgen der Bürger um die medizinische Versorgung in der Region kommt nunmehr auch die Unsicherheit um die berufliche Zukunft der verbliebenen Mitarbeiter. Regelmäßig gibt es neue Hiobsbotschaften, und dabei ist es doch das Mindeste, dass sich die Geschäftsleitung klar und deutlich zur Abwicklung des Krankenhausbetriebes äußert.“ Die Linke habe sich klar gegen die Schließung des Krankenhauses ausgesprochen, da sich in der Hochwaldregion eine Versorgungslücke auftun werde, die durch alle angedachten Gegenmaßnahmen nur unzureichend geschlossen werden könne. Ensch-Engel: „Der ländliche Raum wird erneut massiv benachteiligt.“ Die Wege zu den nächsten Krankenhäusern seien zu weit, und wenn man den Aussagen von Waderner Bürgern Glauben schenke, seien bereits Patienten in Losheim und Hermeskeil wegen Überlastung abgewiesen worden, sagte Ensch-Engel. Das wollen die Linken im Kreis nicht hinnehmen und fordern ein Versorgungskonzept als Sofortmaßnahme und längerfristig für die Grund- und Regelversorgung in der Region – etwa mit der Schaffung einer Nordsaarlandklinik. „Es ist unwürdig und wird den Sorgen der Bürger in der Region nicht gerecht, die Gesundheitsversorgung nur von wirtschaftlichen Interessen abhängig zu machen.“ In erster Linie hätten  Land und Kreis einen Versorgungsauftrag, der erfüllt werden müsse. „Das ist nicht mehr der Fall, und so erwarte ich, dass Landkreis und  Land die Situation der Krankenhäuser zur Chefsache machen und endlich tätig werden“, bekräftigte Ensch-Engel.

Derweil sehen die saarländischen Grünen ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Für den Grünen-Landeschef Markus Tressel könnte sich die Abwanderung von Ärzten und Pflegepersonal zu einem ernsthaften Problem für die Region auswachsen und zu einer Versorgungslücke im Hochwald führen. Tressel  forderte in einer Erklärung Gesundheitsministerin Monika Bachmann auf, zügig zu prüfen, ob durch die kurzfristige Schließung im Dezember die Gesundheitsversorgung im Hochwald sichergestellt sei. Gleichzeitig mahnte Tressel an, die Debatte über künftige Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum nicht versanden zu lassen.

Markus Tressel. Foto: Erik Marquardt

„Die Nachricht von der vorgezogenen Schließung des Waderner Krankenhauses hat mich nicht überrascht. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass es nicht schnell genung gehen kann“, urteilte Tressel . Gleichwohl werfe das die Frage auf, ob und wie die Gesundheitsversorgung im Hochwald nun geregelt sei und ob die wichtige Grundversorgungsfunktion kurzfristig kompensiert werden könne. Tressel: „Noch vor wenigen Monaten wollte die Marienhaus GmbH ausdrücklich einen ordnungsgemäßen Betrieb bis Jahresende gewährleisten.“

Dagmar Ensch-Engel. Foto: BeckerBredel

Eine Versorgungslücke, insbesondere über Weihnachten und den Jahreswechsel, müsse ausgeschlossen sein. Tressel forderte die Landesregierung auf, die Debatte um die künftige Krankenhausversorgung im Hochwald forciert zu führen: „Die Debatte darf jetzt nicht versanden. Denn wenn das Krankenhaus einmal geschlossen ist, besteht die Gefahr, dass dann auch die Diskussion beendet ist und die Menschen sich damit abfinden, möglicherweise keine adäquate stationäre Versorgung in erreichbarer Distanz zu haben.“ Bedauerlich sei vor allem, dass mit der Schließung qualifiziertes ärztliches und pflegerisches Personal aus der Region abwandere. Tressel weiter: „Mit der Adhoc-Schließung der Klinik hat man in Zeiten von Fachkräftemangel der Region einen Bärendienst erwiesen.“

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