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Neue Drehleiter
Zuwachs für die Waderner Feuerwehr

 Groß war die Freude bei den Feuerwehrkameraden aus Wadern, als sie in Karlsruhe ihr neues Rettungsfahrzeug abholen konnten.
Groß war die Freude bei den Feuerwehrkameraden aus Wadern, als sie in Karlsruhe ihr neues Rettungsfahrzeug abholen konnten. FOTO: SZ / Feuerwehr
Wadern. Der Löschbezirk Wadern hat in diesen Tagen ein neues Feuerwehrfahrzeug mit Drehleiter zur Hubrettung in Empfang genommen.

Großer Bahnhof bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wadern: Mit einer großen Wasser-Fontäne und Konfettiregen haben die Floriansjünger des Löschbezirks Wadern dieser Tage die neue Drehleiter für den städtischen Rettungsdienst in Empfang genommen. Neben Feuerwehrkollegen aus den Nachbarlöschbezirken kamen viele interessierte Bürger zum Bestaunen des neuen Hubrettungsfahrzeuges, als dieses am Feuerwehrgerätehaus am Waderner Nordring vorfuhr, wo es auch künftig stationiert sein wird. Das Fahrzeug selbst ist ein Vorführfahrzeug vom Hersteller Rosenbauer in Karlsruhe. Die Beschaffungskosten belaufen sich auf über 500 000 Euro, einschließlich der Beladung. Die Hälfte davon schießt der Landkreis zu.


Die Anschaffung eines Neufahrzeuges war aufgrund der Kosten und der Finanzlage der Stadt nicht möglich. Daher kam nur ein Gebrauchtfahrzeug in Frage, weil gemäß Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wadern aufgrund ihrer innerstädtischen Bebauung nach Landesbauordnung der zweite Rettungsweg durch ein Hubrettungsfahrzeug sicherzustellen ist.

Ein solches Fahrzeug gab es bislang in Wadern nicht. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit wurde auf die Drehleiterfahrzeuge aus Losheim und Hermeskeil zurückgegriffen. Diese Fahrzeuge haben jedoch einen langen Anfahrtsweg, so dass die Eintreffzeit von acht Minuten nach Alarmierung nicht in jedem Fall eingehalten werden konnte. Die Anfahrtszeit der Fahrzeuge betrug etwa 20 bis 25 Minuten. Daher gab es etliche Gespräche mit Bürgermeister Jochen Kuttler, Verwaltung, Landkreis, Stadtrat sowie Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer und städtischer Wehrführung, um dem Brandschutzbedarfsplan gerecht zu werden und das Schutzziel einhalten zu können.



„DLA (K) 23/12“ lautet die Norm-Bezeichnung für den neuen Einsatzwagen. Es ist ein Fahrzeug mit einer aufgesetzten, 30 Meter langen Leiter mit einem Korb. Vor der Überführung von der Produktionsstätte des Fahrzeugs und dem feierlichen Empfang hieß es für acht Kameraden aus dem Löschbezirk Wadern zunächst einmal in Karlsruhe bei der Firma Rosenbauer die Schulbank drücken. „In einer zweitägigen Bedienerschulung wurden diese in die Technik und die Bedienung des neuen Fahrzeugs eingewiesen“, klärt Löschbezirksführer Pascal Steffen auf.

Nun heißt es, den Umgang mit dem neuen Fahrzeug zu üben, um es zeitnah sukzessive in das Einsatzgeschehen einbinden zu können. Zudem werden weitere Feuerwehrleute aus dem Löschbezirk Wadern zu Maschinisten für Hubrettungsfahrzeuge ausgebildet. Die Ausbildung umfasst einen 35-stündigen Unterrichtsplan mit theoretischen und in erster Linie praktischen Themen. Die Ausbildung organisiert und führt der Löschbezirk Wadern größtenteils selbst durch. Im Vorfeld griff man bereits auf die Erfahrung der Kollegen aus dem Löschbezirk Losheim, die über eine jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit einem Hubrettungsfahrzeug verfügen, zurück. „Dafür bedanken wir uns auf diesem Weg ganz herzlich“, betonte der Waderner Löschbezirksführer.

Ein besonderes Ausstattungsmerkmal des Fahrzeugs ist neben dem Rettungskorb, der fünf Personen aufnehmen kann, der abknickbare Gelenkarm. „Hierdurch wird auch ein Erreichen zurückgelegener Anleiterpunkte wie Dachterrassen, Dachfenster oder Dachgauben gewährleistet, aber auch bei Einsätzen auf dem von der Straße abgewandten Teil des Daches kann das Gelenkteil über den Dachgiebel abgeknickt werden“, zählt Steffen die Vorteile auf.

Durch diese Ausstattung wird auch der Aktionsbereich des Fahrzeugs in engen Straßen erweitert. Der Platzbedarf kann so von etwa elf Metern auf 8,70 Meter gesenkt werden. So kann der Korb nur 2,20 Meter vor dem Fahrerhaus auf den Boden abgesenkt werden, um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern oder Zusatzausstattungen am Korb anzubringen.