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Morscholz
Jahrzehnte treu zur Gewerkschaft gestanden

Beim Familienabend der IG Bergbau, Energie und Chemie war die Ehrung von Jubilaren der Höhepunkt.
Beim Familienabend der IG Bergbau, Energie und Chemie war die Ehrung von Jubilaren der Höhepunkt. FOTO: Erich Brücker
Morscholz. Die IG BCE Mittlerer Hochwald dankte ihren Jubilaren. Zudem wurden auch aktuelle Themen wie Klimawandel angesprochen. Von Erich Brücker

Tradition hat bei der Ortsgruppe „Mittlerer Hochwald“ der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) der alljährliche Familienabend im Herbst. Wiederum waren zahlreiche Mitglieder der Einladung ins Bürgerhaus Morscholz gefolgt, auch Heiko Metzger, Bezirkssekretär aus Saarbrücken. „Im Mittelpunkt stehen heute unsere Jubilare. Euer guter Besuch ist Wertschätzung und ein würdiger Rahmen zugleich für die Ehrung unserer treuen Mitglieder“, sagte Vorsitzender Rolf Welter. Sein Dank galt den Jubilaren für ihre Treue und solidarische Mitarbeit bei der Verwirklichung wichtiger gewerkschaftlicher Ziele. Solidarität sei in der heutigen schnelllebigen Zeit nicht selbstverständlich. So seien die Jubilare ein Beispiel für eine solidarische Gemeinschaft und Vorbilder für die junge Generation. „Wir leben in einer Zeit großer Veränderungen mit wachsender Verunsicherung in der Gesellschaft“, sagte Welter. Das vereinte Europa werde in Frage gestellt, die Parteienlandschaft in den Landesparlamenten und im Bundestag ändere sich. Zudem komme der Klimawandel mit seinen Unwetter-Katastrophen. Die Energiewende, die eingeläutet worden sei, müsse wirtschaftliche und sozial nachhaltig gelingen. Sie ist eine Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. „Unsere Gewerkschaft wird sich mit einer klaren Position zwischen Klimaschutz, Industriearbeitsplätzen und Strukturentwicklung einsetzen“, sagte Welter.


Ende dieses Jahres schließen die letzten Steinkohlen-Zechen im Ruhrgebiet. Nach mehr als 250 Jahren sei die Förderung Mitte dieses Jahres eingestellt worden. „Der Ausstieg erfolgte nach langer Vorbereitung. Dass dieser ohne Entlassungen sowie soziale Härten abgelaufen ist, ein Verdienst unserer Gewerkschaft“, sagte der Vorsitzende. Auch der Ausstieg aus der Braunkohle müsse geregelt innerhalb eines verlässlichen Zeitrahmens sozialverträglich ablaufen. „Gewerkschaften und Betriebsräte sind wichtige Stützen in den Betrieben, sie bestimmen mit, gestalten mit und tragen Verantwortung mit.“ Welter erinnerte an die Firma Eifler. Bei dem Kabelhersteller aus Nohfelden hätten sich Firmeninhaber den Gewerkschaften und Betriebsräten negativ gegenüber gestanden. Die Mitarbeiter stünden ohne Sozialplan und Abfindungen da. Klagen vor dem Arbeitsgericht seien die Folge.

Gewerkschaftssekretär Heiko Metzger dankte ebenfalls den Jubilaren für ihre Treue. Er erinnerte an Begebenheiten aus den Jahren 1978, 1968 und 1958, an die Jahre, in denen die Jubilare in die Gewerkschaft eingetreten waren. Auch er sprach die Themen Klimawandel, Energiewende, Arbeitslosigkeit und Rente an. „Innerhalb unserer Gewerkschaft sind die vielen Ortsgruppen wie eine große Familie, denn nur die Gemeinschaft kann was bewegen“, betonte Metzger, der mit dem Vorsitzenden die Jubilare ehrte. Zur Erinnerung gab es eine Ehrenurkunde, eine Armbanduhr und Blumen.



Ein Vier-Gänge-Büffet, eine reichlich bestückte Tombola sowie Musik mit Jupp vom Fombach-Duo standen ebenfalls auf dem Programm des Abends.