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Ehrung : IG BCE Mittlerer Hochwald würdigt die Treue ihrer Mitglieder

Ehrung : IG BCE Mittlerer Hochwald würdigt die Treue ihrer Mitglieder

Von Erich Brücker

Tradition hat bei der Ortsgruppe „Mittlerer Hochwald“ der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) der alljährliche Familienabend im Herbst eines Jahres. Wiederum waren die Mitglieder ins Bürgerhaus in Morscholz eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Ehrung langjähriger Mitglieder.

Den Jubilaren und allen anderen, die gekommen waren, wurde ein würdiger Rahmen für ihre Ehrung geboten. Vorsitzender Rolf Welter begrüßte mit einem herzlichen „Glück Auf“. Viele lobende Worte des Dankes und der Anerkennung wurden gesprochen.

Sorgenvolle Blicke wurden aber auch in die Zukunft gerichtet. „Unsere Ortsgruppe Mittlerer Hochwald ist heute als IG BCE schon 20 Jahre alt. Sie ist entstanden aus der IG Bergbau, IG Chemie und IG Leder, kann aber auf eine Geschichte von 120 Jahren zurückblicken. Ziel ist es heute wie damals, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern und die Interessen der Mitglieder wirkungsvoll zu vertreten. Dabei orientieren wir uns gemeinsam an den Worten Solidarität und Gerechtigkeit“, betonte der Gewerkschaftler.

Solidarität ist in der heutigen schnelllebigen Zeit nicht selbstverständlich, umso mehr sind die Jubilare ein gutes Beispiel für eine solidarische Gemeinschaft und Vorbilder für die junge Generation, sagte Welter weiter.

Er dankte den Jubilaren für die entgegengebrachte langjährige Treue zur Gewerkschaft. „Trotz der augenblicklichen Stabilität in Wirtschaft und Gesellschaft machen sich viele Menschen Sorgen um die Zukunft, leben wir doch in Zeiten großer Veränderungen und wachsender Unsicherheit“, betonte Welter. Die Schere zwischen arm und reich gehe immer weiter auseinander.

Eine Hauptursache für die Zunahme von Armut ist seiner Meinung nach die Deregulierung des Arbeitsmarktes, insbesondere die so genannten Hartz-Reformen. „Nahezu jeder Job gilt als zumutbar, auch zu Hungerlöhnen und miesen Bedingungen. Mini-Jobs, Leiharbeit, Befristungen und der Missbrauch von Werkverträgen greifen immer weiter um sich“, so der Vorsitzende. Und weil von diesen Löhnen und Beschäftigungen keine existenzsichernden Renten finanziert werden könnten, werde Altersarmut zunehmen.

Die steigenden Krankenkassenbeiträge nannte Welter eine weitere Ungerechtigkeit. Dadurch müsse man auf eine Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen kommen. „Die Kostensteigerungen können nicht nur von den Arbeitern und Rentnern getragen werden“, mahnte Welter. Das Ziel müsse es sein, Armut zu bekämpfen und die Lebensqualität zu sichern.

Festredner Dietmar Geuskens, Bezirksleiter der IG BCE in Saarbrücken, dankte den Kolleginnen und Kollegen für ihre Treue, mit der sie die Ortsgruppe zu einer starken Organisation entwickelt und die Durchsetzung der berechtigten Interessen der Arbeitnehmer verfolgt haben.

Darüber hinaus erinnerte Geuskens an die Zeiten, in denen die Jubilare in die Gewerkschaft eingetreten sind. In den 50er Jahren war das Saarland mit dem Wiederaufbau nach dem Krieg beschäftigt. Es folgte die Zeit des Wirtschaftswunders in Deutschland und erste Energiekrisen waren in den 70er Jahren zu bewältigen, während die letzten Jahre von der Energiewende betroffen sind.

„Sie haben mitgeholfen, gemeinsam die Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern“, betonte Geuskens und zeichnete die Jubilare mit Ehrenurkunde und Geschenk zusammen mit dem Vorsitzenden besonders aus. Musikalisch umrahmte das Fombach-Duo Carmen und Jupp den geselligen Abend.