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Verkehrsführung
Bald Gegenverkehr in der Trierer Straße

Perl. Der Perler Gemeinderat entschied sich mehrheitlich für diese Variante: Busse und Lkw werden ausgesperrt.

Bald wird die Trierer Straße in Perl für Autos in beiden Richtungen geöffnet werden – zunächst für eine Testphase von sechs Monaten. Dafür hat der Perler Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag mit Stimmenmehrheit grünes Licht gegeben. Über sechs Monate lang soll diese Probephase laufen. Busse und Schwerlastverkehr sollen ausgesperrt bleiben. Anlieferungen für die Händler und die Gastromonie in der Straße, so sieht es das Gutachten des Planungsteam Jacobs-Gänssle aus Saarbrücken vor, sind nur von der B 407 aus zugelassen.


Nicht angetastet wird die Einbahnregelung in der Hubertus-von-Nell-Straße, um die Sicherheit der Schützlinge der Grundschule Dreiländereck zu garantieren. Der Test wird laut Bürgermeister Ralf Uhlenbruch anlaufen, sobald mit den Busunternehmen gesprochen sei. „Wir sollten den Probelauf intensiv begleiten und Schwachstellen aufdecken“, mahnte CDU-Fraktionschef Ernst Rudolf Ollinger an. Alle zwei Monate, so sein Vorstoß, sollte die Verkehrsführung in der „guten Stube“ von Perl Thema sein. Dann sollten die Fragen geklärt werden, welche flankierenden Maßnahmen nötig seien. Die Einfahrt in die Trierer Straße sei nun einmal die gewachsene Ortseinfahrt, lautete sein Argument für die Entscheidung seiner Fraktion. Dieses sieht FDP-Fraktionschef Franz Keren ebenso: „Es ist nun einmal der gewachsene Eingang.“ Da Busse und Schwerlastverkehr außen vorblieben, ist diese Situation laut Ollinger nicht mit der vergleichbar, wie sie vor der 2014 eingeführten Einbahnregelung gewesen sei. SPD-Fraktionschef Michael Fixemer plädierte für die Beibehaltung der Einbahnregelung. Sein Argument: Die Zahl der Unfälle habe sich in den drei Jahren, in denen die Verkehrsregelung gelte, deutlich verringert. Zudem befürchtet er durch 64 neuen Wohnungen eine Zunahme des Verkehrs. Daher sein Plädoyer: Die Verkehrsführung so belassen wie sie ist – mit einigen Korrekturen. Das spart nach Ansicht von Fixemer auch Kosten. Für diese Lösung hatte sich nach seinen Worten auch der Perler Ortsrat entschieden. Auch Paul Schweitzer und Alexander Schirrah (SPD) warben dafür. Karl-Heinz Raczek (Grüne) befürchtet nach seinem Dafürhalten eine Zunahme des Verkehrs in der Bergstraße, in der bereits Chaos herrsche. Daher sollte die Einbahnstraßenregelung beibehalten werden. Mit zwölf Ja- gegen neun Neinstimmen votierten CDU und FDP für diese Testphase.

Durch die Öffnung der Trierer Straße in beide Richtungen müssen Busse zur B 407 hin eine andere Route nehmen: Anstatt über die Trierer Straße fahren sie nun über die Bergstraße und Saarburger Straße beziehungsweise über die Biringer Straße, die Quirinusstraße, die Straße Am Juck und die Saarburger Straße. So sieht es das Gutachten vor, das Ulrich Gänssle vom Planungsbüro in einer Bürgerversammlung vor wenigen Wochen vorgestellt hatte. Auch die Haltepunkte werden laut Gänssle verschoben: von der Trierer Straße in die Bergstraße in Richtung Saarburger Straße und in der Biringer Straße in Richtung Bahnhofstraße. Vorgesehen seien Fahrbahnrandhaltestellen. Als einen Vorteil nannte er die Zufahrt zur Ortsmitte über historisch gewachsene Wegeverbindungen, die auch für Ortsfremde begreifbar sind. Ebenfalls positiv ist nach seiner Einschätzung, dass die Trierer Straße von beiden Seiten angefahren werden kann und die Saarburger Straße in beiden Richtungen befahrbar bleibt.



Insgesamt drei Varianten hatte er für den Info-Abend im Gepäck. Die erste Variante, die Gänssle präsentiert hatte: Alles bleibt, wie es im Frühjahr 2014 eingerichtet worden ist – mit der Einbahnstraße, die auf die B 407 führt. Zweitens: Die Öffnung der Trierer Straße, für die sich die Mehrheit des Rates ausgesprochen hat, und drittens die Überlegung, die Trierer Straße in der entgegengesetzten Richtung als Einbahnstraße auszuweisen.