Zeichen setzen für eine bessere Welt

Losheim. Sie beschäftigen sich mit Flucht, Asyl, Rassismus oder Antisemitismus. Landwirtschaft, soziale Frage und fairer Handel sind ihr Metier: die Aktion Dritte Welt Saar. Was vor drei Jahrzehnten mit einem Dritte-Welt-Laden in Losheim begann, hat sich zu einer bundesweiten Organisation gemausert. An diesem Samstag, 6

Losheim. Sie beschäftigen sich mit Flucht, Asyl, Rassismus oder Antisemitismus. Landwirtschaft, soziale Frage und fairer Handel sind ihr Metier: die Aktion Dritte Welt Saar. Was vor drei Jahrzehnten mit einem Dritte-Welt-Laden in Losheim begann, hat sich zu einer bundesweiten Organisation gemausert. An diesem Samstag, 6. Oktober, feiern die Mitglieder im Losheimer Saalbau, Weiskirchener Straße 9, ab 14 Uhr den runden Geburtstag mit Weggefährten, Kooperationspartnern und Überraschungsgästen. Um 17 Uhr hält Karl Rössel aus Köln die Laudatio. Er ist Mitarbeiter von Recherche International und war 30 Jahre im Rheinischen JournalistInnenbüro tätig. Zudem verspricht Gertrud Selzer vom Vorstand und Gründungsmitglied eine Zeitreise durch die lebendige Geschichte. Gäste sind willkommen. Beheimatet ist die Organisation im Saarland. Dieser vermeintliche Gegensatz - bundesweit tätig, aber den Sitz nicht in einer Metropole - ist für manche auf beiden Seiten des Horizonts eine Herausforderung, wie die Mitglieder wissen. "Unser roter Faden und Ziel sind dabei der gleiche Zugang zu den materiellen und kulturellen Ressourcen einer Gesellschaft", umreißt Gertrud Selzer das Engagement. "Letztlich sind wir unseren Themen treu geblieben und möchten an den Stellschrauben vor der eigenen Haustür drehen, um weltweit etwas zu verändern."So koordiniert und vernetzt das Aktionsbündnis. Ungewöhnliche Bündnisse werden eingegangen und Neues ausprobiert: In dem Agrarprojekt "ERNA goes fair - für eine faire Landwirtschaft weltweit" - spannt die Organisation bundesweit ein einzigartiges Netz: Bauern mit Gewerkschaften, Naturschützern und Leuten, die in der Dritten Welt engagiert sind. Auch wehrt sich die Organisation gegen Gentechnik. Für Geschäftsführer Roland Röder ist der Fall klar: "80 Prozent der Bevölkerung sind gegen Gentechnik Wenn darüber demokratisch entschieden würde, dann wäre die Sache gegessen." Mit 20 Mitstreitern aus dem Umfeld von Attac, Greenpeace und der Aktion Dritte Welt Saar war Röder zu einer Demonstration vor dem saarländischen Oberlandesgericht in Saarbrücken gekommen, um den Öko-Aktivisten Jörg Bergstedt aus Gießen zu unterstützen. Er hatte massiv die Befürworter der Gentechnik in der Landwirtschaft kritisiert, hatte von Profitgier, Seilschaften in Politik und Wirtschaft, Gentechnik-Mafia, Veruntreuung von Fördermitteln und Geldwäsche gesprochen. Zwei der Gescholtenen aus Sachsen-Anhalt wehrten sich vor Gericht. Weil man bei Internet-Veröffentlichungen überall klagen kann, kam der Fall ins Saarland.

Die Organisation ist auch im Trägerkreis des Agrarbündnisses "Meine Landwirtschaft - unsere Wahl" vertreten. Für Samstag, 19. Januar 2013, zum Start der Grünen Woche in Berlin haben Röder eine Demonstration für eine bäuerliche Landwirtschaft angekündigt. Und in einem Projekt zum islamischem Antisemitismus setzen sie sich mit der Unvereinbarkeit von Menschenrechten und Islamismus auseinander. owa

Anmeldung zur Feier: Tel. (068 72) 99 30 56 oder E-Mailmail@a3wsaar.de.

a3wsaar.de

Foto: SZ/Archiv

"Unser Ziel ist der gleiche Zugang zu den materiellen und kulturellen Ressourcen einer Gesellschaft."

Gertrud Selzer