Laub: Sicherheit wird neu bewertet

Der tödliche Sturz eines Wanderers auf dem "Bergener" veranlasst die Gemeinde Losheim zu Änderungen auf ihren Premiumwegen: Mancherorts werden Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, an anderer Stelle werden Stege und Brücken abgebaut.

Losheim. Achim Laub kann es immer noch nicht fassen: "Sicherheit hat für uns immer an erster Stelle gestanden", sagt der Tourismus-Fachmann der Gemeinde Losheim zu dem tragischen Unglück, bei dem ein Wanderer auf dem Premiumweg "Der Bergener" ums Leben gekommen war. In den zurückliegenden Jahren hat Laub das Wandern auf Premiumwegen für die Gemeinde entdeckt und dort massiv vorangetrieben - mit großem Erfolg. Doch dann kam jener verhängnisvolle Sonntag, an dem der 60-jährige Wanderer sich bei einer Rast während der Tour auf dem "Bergener" an ein Geländer lehnte. Das Gelände gab nach, der Mann stürzte in die Tiefe und erlag den Verletzungen, die er bei dem Sturz erlitten hatte."Die entscheidende Frage bei den Untersuchungen und Ermittlungen wird sein: Wie wird das Geländer bewertet?", meint Laub. Er erklärt, die Gemeinde habe die Holzkonstruktion an der Felskante oberhalb eines alten Steinbruchs eher als Warnung an die Wanderer gedacht, dass es dort eine Gefahrenstelle gibt. Er räumt ein, dass es dort keinen zusätzlichen Hinweis gegeben habe, dass es hinter der Felskante steil hinunter geht. "Unsere Philosophie bei der Gestaltung der Premiumwege war, den Wanderern durch Bauwerke wie dieses den Hinweis zu geben, dass sie aufpassen müssen", sagt Laub.

Aber: "Der Unfall hat gezeigt, dass solche Hinweise auch falsch interpretiert werden können." Auf Premiumwegen in anderen Bundesländern oder im Alpenraum gebe es an vergleichbaren Gefahrenpunkten überhaupt keine solchen Bauwerke, sagt Laub. "Die Kollegen von dort haben mich gefragt, warum wir da ein Geländer hingemacht haben." Trotzdem sei die besagte Holzkonstruktion bei den Kontrollen, die der Tourismus-Eigenbetrieb mehrmals im Jahr vornehme, auch auf ihre Stabilität hin überprüft worden. Laub: "Das sah dann so aus, dass wir an dem Geländer gerüttelt haben, um festzustellen, ob es hält." Auch habe die Gemeinde erst im vergangenen Winter die Hälfte aller Stege und Brücken auf ihren Premiumwegen komplett erneuert.

Der Vorfall wird, da ist sich Laub sicher, bundesweit zu einer Debatte und Neubewertung des Themas Sicherheit auf Premiumwegen führen - wahrscheinlich schon auf der Jahrestagung des Deutschen Wanderinstituts kommende Woche in Hessen. "Alle Wegebetreiber müssen aus solch tragischen Erfahrungen für die Zukunft lernen." Auf den Losheimer Wegen dürfte es Änderungen geben, das habe sich schon bei den Sonderkontrollen nach dem Unfall in dieser Woche herauskristallisiert: "Wir haben an einigen Stellen vorhandene Stege und Gelände für unnötig befunden und umgehend entfernt. Andernorts, da wo wirklich Gefahr besteht, werden die Bauwerke verstärkt." Auch über eine zusätzliche Beschilderung neuralgischer Punkte mit Warnhinweisen denke die Gemeinde nach. An potenziell gefährlichen Stellen werden künftig wohl häufigere Sicherheitskontrollen stattfinden. Im Falle des "Bergeners" habe die Gemeinde noch auf andere Weise reagiert, so Laub: "Der Weg wird bei der Unglücksstelle umgelegt, er führt nun nicht mehr so nahe an der Felskante vorbei." cbe