1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Losheim am See

Für eine faire Landwirtschaft weltweit

Für eine faire Landwirtschaft weltweit

In der Kategorie „Entwicklungspolitik global“ ist die Aktion 3. Welt Saar mit Sitz in Losheim für das Projekt “Erna goes fair“ mit dem Ökumenischen Förderpreis – dotiert mit 3000 Euro – ausgezeichnet worden.

 Das Logo des Preises.
Das Logo des Preises.

Die Aktion 3. Welt Saar ist in Münster für das Projekt "Erna goes fair - für eine faire Landwirtschaft weltweit" mit dem Ökumenischen Förderpreis ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird in insgesamt drei Kategorien (Klimagerechtigkeit, Kirchliche Patenschaften und Entwicklungspolitik global) vergeben. Die Aktion 3. Welt Saar erhielt die Auszeichnung in der Sparte "Entwicklungspolitik global". "Es gibt wenige Gruppen, die so kontinuierlich im ländlichen Raum arbeiten und dabei nicht provinziell sind", begründete Claudia Warning vom Vorstand "Brot für die Welt" den Preis. Die Aktion 3. Welt Saar, die ihren Sitz in Losheim hat, habe zudem keinerlei Berührungsängste und gebe stets Anreize zur Diskussion. Den Preis nahmen Ingrid Röder, Ottmar Ilchmann und Roland Röder von der Aktion 3. Welt Saar entgegen.

"Erna goes fair - für eine faire Landwirtschaft weltweit" ist ein überregionales Agrarprojekt der Aktion 3. Welt Saar mit Milchbauern , Naturschützern und - bundesweit einzigartig - Gewerkschaften. Erna steht für Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit . Mit dem Agrarprojekt verlässt die Aktion 3.Welt Saar nach eigener Darstellung die klassische Entwicklungspolitik des "Ich entwickelt - du unterentwickelt", und maßt sich nicht an, andere, über tausende Kilometer enfernt, zu entwickeln. "Wir freuen uns über den Preis und dass die Jury unseren entwicklungspolitischen Perspektiv-Wechsel auszeichnet", bekundete Ingrid Röder von der Aktion 3.Welt Saar.

Das Projekt sei, so Warning, aus der Perspektive der Betroffenen konzipiert, das habe die Jury überzeugt. "Natürlich kümmert sich die Aktion 3.Welt Saar um die Belange der Armen im Senegal und in Paraguay. Sie kümmert sich aber auch um die Bauern in Deutschland, die dazwischen stehen und leicht einseitig in eine Verursacherrolle gedrängt werden könnten", erklärt Warning. Denn die Interessen und Sorgen der Bauern würden ernst genommen. Warning hob vor allem ihren Lieblingsslogan der "Erna goes fair"-Kampagne hervor: "Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal." Denn das sei eine so derbe wie plastische Beschreibung des Globalisierungs-Phänomens. In wenigen Worten könne die Aktion 3. Welt Saar so ein komplexes Beziehungsgeflecht auffächern. "In Paraguay werden", führte Warning aus, "Bauern enteignet, um riesige Flächen mit Soja zum Export als Futtermittel anzubauen." Die politisch von der EU gewollte Überproduktion an Milch drücke die Preise für deutsche und andere EU-Bauern und zwinge viele zur Aufgabe ihrer Höfe. Die überschüssige Milch werde als Kondensmilch und Milchpulver zu Dumpingpreisen nach Westafrika exportiert und bringe dort die Milchbauern um ihre Existenz. Die auf den ersten Blick ganz unterschiedlichen Probleme und Zwänge der Bauern und Bäuerinnen sind laut Warning "alle Folge einer auf Wachstum um jeden Preis ausgerichteten Landwirtschaftspolitik".

Das Agrarprojekt "Erna goes fair" gehört zum Trägerkreis des bundesweiten Agrarbündnisses "Meine Landwirtschaft - unsere Wahl" und ist so Mitveranstalterin der jährlichen Demonstration "Wir haben es satt" zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin. "Erna goes fair" wird gefördert aus Mitteln des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), des saarländischen Umwelt- und Kultusministeriums und aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt/Evangelischer Entwicklungsdienst. Im Rahmen des Agrarprojektes "Erna goes fair - für eine faire Landwirtschaft weltweit" werden unter anderem Publikationen wie die Flugschrift "Milch billiger als Wasser", "Streit um Saatgut" und "Agrotreibstoffe -E10 weder öko noch fair" herausgegeben. "Erna goes fair” ist ein Projekt der Aktion 3.Welt Saar. Sie beschäftigt sich zum einen mit der Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit , zum anderen mit fairem Handel und entwicklunsgpolitischer Bildungsarbeit. Das Projekt der Aktion 3. Welt Saar kooperiert mit vielen Dritte-Welt- und Umweltorganisationen wie zum Beispiel dem Naturschutzbund (Nabu) sowie mit landwirtschaftlichen Vereinen, unter anderem mit Obst- und Gartenbauvereinen, und mit Verbraucherinitiativen, Bioläden, Jugendgruppen und so weiter.

Die Aktion 3. Welt Saar ist eine bundesweite Organisation mit Sitz im Saarland. Sie beschäftigt sich mit der ungleichen Verteilung des Reichtums dieser Erde und mit den Themen Asyl, Rassimus, Energie, Ökologie.