Kappensitzung in Losheim mit tanzenden Blumen und Spaß in der Bütt

Kappensitzung in Losheim : Applaus und Bombenstimmung bei den Losheimer Narren

Normalerweise steigt die Stimmung bei einer Kappensitzung allmählich an, wenn die Proklamationen vorbei und die ersten Büttenreden über die Bühne gegangen sind. Nicht so in Losheim. Hier sorgen die beiden Sitzungspräsidenten Yannis und Thomas schon für eine Bombenstimmung, bevor es überhaupt losgeht.

Die Session 2020 steht unter ganz besonderen Vorzeichen. Da der mit den Karnevalisten befreundete Sportverein in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, hatte man beschlossen, dessen Vorsitzenden Christoph Strassel und seine Frau Ulrike in den Adelsstand zu erheben. Die beiden regieren nun das närrische Volk, unterstützt von den jugendlichen Tollitäten Lilly I. und Sven-Kilian I.

Diese beiden könnten nicht gegensätzlicher sein. Sie keck und temperamentvoll, er ein ruhiger Angler. Aber stille Wasser sind ja bekanntlich tief, und so werden die zwei wohl noch einige Überraschungen zu bieten haben.

Für eine Überraschung sorgte auch die Ehrengarde, die sehr militärisch daher kam. Fast konnte man bei den martialisch gebrüllten Befehlen das Fürchten lernen, aber in den Gewehrläufen steckten Rosen, und als es hieß „Präsentiert das Gewehr!“, wurde freundlich mit den Waffen herumgewedelt.

Ein Hauch von Frühling wehte durch die Halle, als die Dance-Kids als muntere Pflänzchen über die Bühne wirbelten. Mit diesem wunderschönen Tanz haben sie den dritten Platz bei der Saarlandmeisterschaft gewonnen. Ebenfalls mit einem stolzen dritten Platz verabschiedete sich Ronja Tuch aus ihrer Mariechen-Karriere. Das Publikum lobte ihre tänzerische Leistung mit einem donnernden Applaus.

Drei weitere Tanzgruppen kehrten siegreich von den Saarlandmeisterschaften zurück und ließen damit die Karnevals-Gesellschaft Rot-Weiß zum drittbesten Karnevalsverein des Landes aufsteigen. Platz vier belegten die Dance-Teens mit ihrem Titel „Raus aus dem System“, und der dritte Rang ging jeweils an die Prinzengarde und die Dance-Actives, die als Computer-Hacker von sich reden machten.

Natürlich wurden in der Bütt auch wieder kleine Bosheiten ausgeteilt, die das Zwerchfell der Zuschauer arg strapazierten. Ein Jäger hatte beispielsweise zwischen seinen gehörnten Trophäen ein Bild seiner Frau aufgehängt. Die Begründung: „Das ist der größte Bock, den ich je geschossen habe.“ Eine Kreuzfahrerin lobte das elegante Bio-Piercing ihrer Mitreisenden: „Du hast so schöne Ringe unter den Augen.“ Ein altes Ehepaar ließ sein gemeinsames Leben Revue passieren, ein Bestatter aus Scheiden kam zu Wort und Prinz Christoph, der mit seiner Ulrike so harmonisch das Regierungsamt ausübt, hatte Probleme mit den Frauen.

Einige verdiente KG-Mitglieder wurden im Rahmen der Sitzung für ihre Leistungen ausgezeichnet: Steffi Lang erfuhr eine Ehrung durch den Bund Deutscher Karnevalsvereine (BDK), Hacky Hacket wurde vom Verband Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) ausgezeichnet und Klaus Lang, seit 50 Jahren aktives Elferratsmitglied, wurde in den Stand eines Ehrenelferrates erhoben.