Honzrather setzen auf Nachbarschaftshilfe

Honzrather setzen auf Nachbarschaftshilfe

Der DRK-Ortsverein Honzrath besteht seit knapp einem Jahr nicht mehr. Nun müssen bei Festen und Veranstaltungen im Dorf DRK-Vereine aus den Nachbarorten für den Sanitätsdienst angefragt werden.

"Rotes Kreuz Honzrath vor dem Aus?" - so betitelte die SZ vor einem Jahr einen Artikel über eine Versammlung des DRK-Ortsvereins Honzrath , bei der es darum ging, wie es bei diesem aufgrund der Führungs- und Mitgliederprobleme weitergehen soll. Roman Heß, einziges noch aktives Gründungsmitglied, hatte zu Beginn der Versammlung erklärt: "Leider ist es uns nicht möglich, unseren DRK-Ortsverein weiter aufrechtzuerhalten."

Seit dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Erhard Heinz Mitte 2012 war diese Funktion verwaist, und es erklärte sich auch kein Vereinsmitglied bereit, diese zu übernehmen. Die noch vorhandenen Mitglieder waren bis auf wenige im vorgerückten Alter, jüngere fehlten ganz. Daher wollte man eigentlich bei dieser Versammlung die Auflösung des im Jahre 1952 gegründeten DRK-Ortsvereins beschließen. Doch man ließ sich davon abhalten und wollte bis Jahresende 2013 ausloten, ob eine Fusion mit einem Nachbarverein möglich ist. Hierzu rieten die beiden Gäste, DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Hoffmann und Ortsvorsteher Joachim Gratz. Beide hofften noch auf eine gute Lösung. Doch daraus wurde nichts und zum Jahresende löste sich das DRK Honzrath doch auf.

Ortsvorsteher Gratz bedauert noch immer, dass kein Vorstand gefunden wurde, eine Fusion scheiterte und somit ein alter, für die Dorfgemeinschaft wichtiger Verein nicht mehr existiert. "Ohne eigenes DRK ist es immer schwierig, für Veranstaltungen wie Fastnacht und Dorffest einen Sanitätsdienst zu finden. Befreundete DRK-Nachbarvereine helfen uns nun erfreulicherweise aus, die Dienste sicherzustellen", sagt Gratz.

Und wie sehen ehemalige Mitglieder das Ende heute? "Um mit anderen DRK-Ortsvereinen zusammenzugehen, war bei uns das Durchschnittsalter der Helfer einfach zu hoch", meint Cäcilia Baldes. Eine ehemalige Vorstandskollegin fügt hinzu: "Es haperte am Nachwuchs, ohne den kein Verein bestehen kann. Die Leute wollen ihre Freizeit nicht mehr so dranhängen." Eine Fusion hätte nach Ansicht der beiden nichts mehr gebracht.

Das sieht auch Gründungsmitglied Roman Heß so. "Die Auflösung unseres Ortsvereins war die beste und ehrlichste Lösung und unaufschiebbar, bedingt durch das fortgeschrittene Alter sowie teils gesundheitlichen Probleme unserer Mitglieder und fehlenden Nachwuchs. Wir konnten den Verein nicht mit Gewalt erhalten", findet er und ergänzt: "Natürlich sind die Erinnerungen geblieben. Wenn man so lange in einem Verein war, trauert man ihm schon nach, muss aber die Realität sehen." Der langjährige Kassierer Manfred Planta stimmt ihm zu: "Wir hätten gerne weitergemacht, wenn die Situation anders gewesen wäre", bedauert er.