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Tanz
Training für Werkschau in der Sparte 4

Bei einer Probe von Imove, der Jugendtanzgruppe des Saarländischen Staatstheaters.  
Bei einer Probe von Imove, der Jugendtanzgruppe des Saarländischen Staatstheaters.   FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Imove heißt die Jugendtanzgruppe des Saarländischen Staatstheaters. Wer mitmachen will, kommt einfach an einem Montag vorbei. Von Silvia Buss

„Beim Theaterfest wurde Imove schon vermisst“, sagt Anthony Mejeh und freut sich. Denn das zeigt doch, dass die Jugendtanzgruppe des Saarländischen Staatstheaters, bei der Anthony schon seit sieben Jahren mitmacht, auch beim Publikum beliebt ist. Schon länger ist die Gruppe nicht mehr aufgetreten, so dass sich mancher schon fragte, ob sie noch existiert.


Aber ja doch! „Es gab altersbedingt etliche Fluktuationen, wie das in Jugendgruppen eben vorkommt“, erklärt Caudia Meystre. Die Diplom-Tanzpädagogin hat zu Beginn dieser Spielzeit die Leitung der Tanzgruppe übernommen und geht jetzt mit Elan daran, sie wieder aufzubauen. Jeden Montagnachmittag trifft sich Meystre mit tanzbegeisterten jungen Leuten ab 15 Jahren im Ballettsaal des Staatstheaters zum Training.

„Wir beginnen immer mit dem Aufwärmen, dann machen wir einige tanztechnische Übungen, damit wir eine Basis haben, und dann folgen Tanzsequenzen, in denen wir Bewegungen kombinieren“, erläutert Meystre den Ablauf.



Stilistisch und technisch will sie den Teilnehmern ein breites Repertoire vermitteln. Das Spektrum reicht von Modern Dance, Jazz Dance, Hiphop bis hin zu Floorwork mit artistischen Elementen, enthält aber auch einige Ballett-Grundlagen. Zu „Wise enough“, dem betörendem Sound des Duos Lamb, vollführen gerade sechs Tänzerinnen und Tänzer eine Sequenz mit lauter Viertel- und Achtel-Drehungen des Körpers, die gar nicht so einfach aussehen. Doch es wirkt schon sehr flüssig.

Man kann kaum erkennen, wer hier noch Anfänger oder schon ein fortgeschrittener „imover“ wie Anthony Mejeh ist. Der 19-Jährige hat berufliche Ambitionen. Er will sich bald an der Kunstakademie von Tillberg in den Niederlanden für den Studiengang Choreografie bewerben und so lange wie möglich noch hier mittanzen. „Man lernt ja nie aus“, sagt er lächelnd.

Für die gleichaltrige Sophia Klimpel, seit vier Jahren bei imove, ist das Tanzen mehr Hobby. „Eine Leidenschaft, die ich den Rest meines Lebens machen will und die Gruppe ist einfach cool“, schwärmt sie.

„Am Anfang war es schon ein bisschen schwierig“, sagt Anna Petri, eine der zwei Anfängerinnen. Die 21-jährige Studentin, die erst im Herbst nach Saarbrücken kam, hat von klein auf klassisches Ballett gelernt. „Im Ballett sind die Bewegungen starrer, und hier hieß es, locker machen.“ Doch genau so wie die 16-jährige Rebecca Pelster fühlt sie sich als Neue hier sehr gut aufgenommen.

„Ich würde mich ja freuen, wenn noch ein paar Neue dazukämen“, betont Sophia Klimpel und alle nicken, besonders heftig auch Claudia Meystre. Die Tanzpädagogin, die ihr Studium an der renommierten Palucca-Hochschule in Dresden absolviert hat, kam zusammen mit ihrem Ehemann Samuel Meystre 2008 aus Braunschweig ins Saarland, um eine Stelle als Dozentin im Saarlouiser Tanzsstudio Andreas Lauck anzutreten. Nach acht Jahren wechselte sie nach Saarbrücken und unterrichtet seitdem im Zentrum für Tanz und Musik Plattform 3 und an der Hochschule für Musik Saar, wo sie angehende Schulmusiker in Rhythmik, Bewegung und Tanz ausbildet. Auch im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Tanz ist sie aktiv.

Ihre Pläne für Imove? Erst mal heiße es jetzt, ein Training bieten, das sowohl den Erfahrenen als auch neuen Mitgliedern gerecht werde, und kleine Choreografien aufbauen. „Wir wollen im nächsten Jahr in der Sparte 4 erst mal eine kleine Werkschau machen“ kündigt sie an. Und 2020 werde es dann auch wieder eine Premiere mit einem großen Tanzstück geben. Imove sei ein tolles Angebot des Staatstheaters, sagt sie. Wenn sie Jugendliche wäre, würde sie das sofort nutzen.

Kontakt: „Imove“, jeden Montag 16.30 Uhr bis 18 Uhr im Ballettsaal des Staatstheaters, Treffen vorher an der Pforte; keine Gebühr.