1. Saarland

Gehäkelte Wellen fließen vom Kirchenaltar

Gehäkelte Wellen fließen vom Kirchenaltar

Völklingen. "Was für den Maler der Pinsel ist, ist für mich meine Häkelnadel," so beschreibt Künstlerin Katharina Krenkel (44) ihre Leidenschaft für dieser spezielle Handarbeit. Seit Februar arbeitet sie an einem Altartuch zum Thema Wasser. Und seit der ersten Präsentation des Tuches im April in der Johanneskirche in Saarbrücken arbeitete sie immer weiter an ihrem Tuch

Völklingen. "Was für den Maler der Pinsel ist, ist für mich meine Häkelnadel," so beschreibt Künstlerin Katharina Krenkel (44) ihre Leidenschaft für dieser spezielle Handarbeit. Seit Februar arbeitet sie an einem Altartuch zum Thema Wasser. Und seit der ersten Präsentation des Tuches im April in der Johanneskirche in Saarbrücken arbeitete sie immer weiter an ihrem Tuch. So wie das Altartuch mit der Zeit wuchs, so wanderte es auch innerhalb des Kirchenkreises Saar-West von Gotteshaus zu Gotteshaus.Als zehnte Kirche konnten interessierte Besucher das Altartuch nun am Samstag während einer Vernissage in der evangelischen Versöhnungskirche Völklingen bestaunen. Mittlerweile ist das Tuch schon ganze sechs Meter lang und fließt vom Altar über drei Stufen hinunter bis zum Taufbecken. Wegen der ständigen Erweiterung ist diese Ausführung des Altartuches in Völklingen einmalig. "In dieser Kirche gefällt mir besonders der kalt-warm Kontrast vom roten Marmor zu meinem blauen Tuch," erklärt die Künstlerin. Aber das Altartuch ist mehr als nur schön anzusehen. Anfassen und Fühlen ist nicht nur erlaubt, sondern sogar von der Künstlerin erwünscht.

Beitrag zum Jahr der Taufe

Das Altartuch, dass der Beitrag der Künstlerin zum Jahr der Taufe ist, stellt das Wasser in all seinen Facetten dar. Von stillem Gewässer über fließendes Gewässer und Strömungen, die an die Brandung schlagen, bis zu einem Tsunami, ist das Wasser in jeder Weise dargestellt. Bei der Vernissage in der Versöhnungskirche wurden die verschiedenen Bedeutungen von Wasser auch in der Orgelmusik von Reinhard Ardelt aufgegriffen. Dabei zeigt er in seiner Musik, dass Wasser sowohl als Ur-Element der Schöpfung als auch als gefährliche Bedrohung erscheinen kann.

Zwischen dem Orgelspiel trug Pfarrerin Rita Wild Texte zum Thema vor. "Wie schön hier alles zusammenwirkt: der große festliche Kirchenraum, die Musik und die Bildende Kunst!" fasst Krenkel zusammen "Da kommen meine Gedanken ebenfalls ins fließen."

Am heutigen Dienstag, 6. September, ist das Altartuch von 15 bis 17 Uhr, sowie vor und nach dem Gottesdienst in der Versöhnungskirche zu besichtigen. Anschließend geht das Kunstobjekt zur Evangelischen Kirche in Schafbrücke.