1. Saarland

"Haschd e Hut aan, bescht de gudd draan"

"Haschd e Hut aan, bescht de gudd draan"

Urexweiler. Hüte hier, Hüte da, Hüte überall. Diese Hüte wurden beim Urexweiler Dorffest auch gebraucht, um alle Besucher unter den einen symbolischen Hut zu bekommen. Die Obrigkeit machte es bei der Eröffnung des Festes am Samstag vor. Allen voran Ortsvorsteherin Margret Geiger, deren Dorffesthüte schon eine gewisse Berühmtheit erlangt haben

Urexweiler. Hüte hier, Hüte da, Hüte überall. Diese Hüte wurden beim Urexweiler Dorffest auch gebraucht, um alle Besucher unter den einen symbolischen Hut zu bekommen. Die Obrigkeit machte es bei der Eröffnung des Festes am Samstag vor. Allen voran Ortsvorsteherin Margret Geiger, deren Dorffesthüte schon eine gewisse Berühmtheit erlangt haben. Sie räumte mit Gerüchten auf, sie habe einen Vogel. Dabei - und das konnte jeder sehen - saß der Piepmatz nur auf ihrem Hut. Und Stroh habe sie nicht im, sondern auf dem Kopf. Schließlich wechselte sie ihre Kopfbedeckung ein drittes Mal. Den beleuchteten Hut mit dem Hund obendrauf behielt sie die ganze Nacht über an und war deshalb gut zu finden. Den weitgereisten Hut trug Bürgermeister Werner Laub. Er hatte ihn aus Australien mitgebracht. Landrat Udo Recktenwald kam zwar mit der "Batschkapp" an, erhielt aber sofort einen Urexweiler Leihhut.Damit war die Hutparade aber noch nicht zu Ende. Zur Abendmesse war die Kirche mit Hüten dekoriert. Im Altarraum thronte auf einem Ständer ein riesiger roter Kardinalshut. Im Ort ging an den Dorffesttagen das Gespräch, dass Pastor Walter Mobach, wenn er nächstes Jahr Urexweiler verlassen hat, womöglich zum Kardinal ernannt wird. In einem Zelt waren über 60 Fotos angepinnt. Alle abgebildeten Personen trugen Hüte, vom Sombrero über den Zylinder bis zum so genannten "Gewitterverteiler". Schließlich nannte der Formel-I-Club seine Zeltkneipe passend zum Dorffestthema "El Sombrero". So gut behütet konnte den Menschen in Feierlaune nichts passieren. Am Samstag war es tagsüber so heiß, dass sich die Festbesucher bis in die Morgenstunden des Sonntag in T-Shirts in der Hütte "Zum wohltemperierten Glas Bier" des Musikvereins aufhielten oder es sich bei der St. Barbara-Bruderschaft bei Geißenmilch mit alkoholischem Inhalt gemütlich machten.

Der Sonntag setzte seine eigenen Akzente. Aufsehen erregte die Kapelle Apart - "spielt net scheen, awwer hart". Die bunt zusammengewürfelte Gruppe machte allerhand Lärm mit dem Waschbrett, der Teufelsgeige, dem Wäschestampfer, einer "Speisbütt", mit Deckeln, Ratsche und einem Akkordeon. Der auf Stelzenbeinen daherkommende König mit Krone und Schirm gab sich sehr volksnah, als er zur Freude der Kinder Seifenblasen in die Luft pustete. Dagegen kamen die Besucher nicht hinter das Geheimnis des schwarz gekleideten Magiers, der sich mit einer Beißzange einen fünf Zentimeter langen Nagel aus der Nase zog.

Marpingens Partnerverein aus Simontornya, ein freiwilliger Katastrophen-Schutzverein, betrieb mit 13 Personen einen eigenen Stand und bereitete ungarische Spezialitäten zu, wie den über dem Feuer gerösteten Hefeteig. Fredi aus Emmental in der Schweiz war zum 30. Mal zum Urexweiler Dorffest gekommen. Zur Eröffnungsfeier, bei der die Minitanzgruppe des Karnevalvereins in violetten Kleidchen einen Hexentanz vorführte, jodelte er in vielen Tonarten und mischte sich auf der Festmeile zwei Tage lang unters Volk. "Haschd e Hut aan, bescht de gudd draan" hieß es am Eröffnungstag des Dorffestes. Nicht jeder Besucher trug einen sichtbaren Hut. Viele hatten nur den imaginären, also den nicht sichtbaren, dabei. gtr