Erhöhte Benzolwerte nach Zwischenfall auf Chemieplattform Carling

Carling : Erhöhte Benzolwerte nach Zwischenfall auf Chemieplattform

Infolge des Zwischenfalls auf der Chemieplattform im lothringischen Carling ist vermehrt Benzol freigesetzt worden. Am vergangenen Donnerstag seien an den Messstellen in L’Hôpital und Lauterbach erhöhte Werte gemessen worden, sagte eine Sprecherin des saarländischen Umweltministeriums.

In L’Hôpital seien 300 Mikrogramm pro Kubikmeter erfasst worden, in Lauterbach etwa 60. Die zuständige französische Behörde DREAL habe bestätigt, dass dies mit dem Vorfall auf der Chemieplattform zusammenhänge. Die Behörde habe vor Ort eine Inspektion durchgeführt und prüfe nun Folgemaßnahmen.

Der Petrochemiekonzern Total hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass es einen Zwischenfall an einem Tankbehälter gegeben habe, der auch Kohlenwasserstoffe enthielt (die SZ berichtete). Eine Sprecherin betonte jedoch, dass keine Gefahr für die Gesundheit bestehe.

Benzol ist dem Umweltbundesamt zufolge krebserregend und wird vor allem im Straßenverkehr freigesetzt. Europaweit gilt ein Grenzwert von fünf Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel.

Auch dem Verein „Saubere Luft für die Warndtgemeinden“ waren die hohen Benzolwerte aufgefallen. „Werte von über 300 Mikrogramm pro Kubikmeter sind sicherlich nicht vernachlässigbar, wenn die EU-Jahresmittelwerte auf fünf Mikrogramm festgelegt sind“, sagte der Vorsitzende Adriano Pitillo. Nach Angaben der Ministeriumssprecherin ist „die Beeinflussung des Jahresmittelwerts durch diesen kurzfristigen Spitzenwert voraussichtlich eher gering“.

Der Verein kritisiert, dass seit Monaten ein Messgerät für Benzol in Lauterbach defekt sei und sich der Austausch durch das Umweltministerium hinziehe. Die Ministeriumssprecherin bestätigte, dass das Gerät seit Herbst 2018 kaputt sei. Man habe aber umgehend ein Vergabeverfahren für ein neues eingeleitet. Das sei inzwischen installiert, werde aber noch erprobt. „Bei dem Gerät handelt es sich um einen Online-Gas-Chromatographen, der sehr geringe Konzentrationen nachweisen kann“, so die Sprecherin. Dafür sei aber eine sorgfältige Kalibrierung und Validierung nötig. Darüber habe man den Verein auch mehrfach informiert.

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