Buchtipp Bittersüße Chronik eines Looser-Lebens: „Das Leben des Vernon Subutex, 1“ von Virginie Despentes

Nancy · () Wer gerne zeitgenössische Literatur aus Frankreich liest, kommt an ihr nicht vorbei. Bringt Virginie Despentes, die aus Nancy kommt, ein neues Buch heraus, besetzt es wochenlang die Spitzenplätze der Bestsellerlisten.

 Das Leben des Vernon Subutex - Teil 1 von Virginie Despentes

Das Leben des Vernon Subutex - Teil 1 von Virginie Despentes

Foto: KiWi Verlag

In Frankreich gelang der Autorin 2015 der Durchbruch mit „Das Leben des Vernon Subutex, 1“. In diesem ersten Teil einer Trilogie wird die Hauptfigur Vernon Subutex, ein opportunistischer Plattenverkäufer, auf einmal obdachlos, als sein bester Freund, ein ehemaliges Rockstar, stirbt, der ihm bisher über die Runden half. Ohne seine Notlage zu offenbaren, sucht er unter windigen Vorwänden Unterschlupf – jedes Mal für ein paar Nächte – bei alten Freunden und Zufallsbekanntschaften, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Im Gepäck hat er alte Kassetten mit Aufnahmen des verstorbenen Rockstars, eine Art Testament, von dem sich Subutex erhofft, irgendwann Geld daraus schlagen zu können. Doch bald interessieren sich noch mehr Leute für dieses posthume Material. Seine Reise durch Gästezimmer und über Schlafsofas führt Subutex unter anderem zu einer Porno-Darstellerin, deren Sternstunden bereits einige Jahre zurückliegen, einem linken Uni-Professor, der damit hadert, dass seine fromme Tochter Kopftuch trägt, einer früheren Privatdetektivin, die nun ihr Geld mit Hetzkampagnen im Netz verdient.