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Zweibrücken: Cap-Markt beklagt Ungewissheiten in Sachen Hallplatz-Galerie

Letztes Gespräch mit Verwalter liegt ein Jahr zurück : Cap-Markt beklagt Ungewissheiten in Sachen Hallplatz-Galerie

Kimmle-Stiftung sagt: Letzter Kontakt mit Verwalter war vor einem Jahr. Investitionen werden geschoben. Neue Bäckerei öffnet offiziell nächsten Montag.

Nichts Genaues weiß man nicht: Dieser alte Spruch des Komikers Karl Valentin könnte bei Markus Matheis über dem Schreibtisch hängen. Gibt dies doch ziemlich gut die Gefühlslage wieder die Matheis, Verwaltungsleiter der Kimmle-Stiftung, mit Blick auf die Hallplatz-Galerie hat. Die Kimmle-Stiftung betreibt in der Galerie den Cap-Markt sowie das Bistro Capino und wenige Meter weiter am Hallplatz das Geschäft für Bürobedarfsartikel Capito. Der Cap-Markt ist, neben C&A, Ankermieter in der Einkaufsgalerie – ohne die beiden Geschäfte wären dort die Lichter wohl schon längst ausgegangen.

Matheis beklagt nun: „Wir haben seit Oktober 2020 nichts mehr von unserem Vermieter gehört.“ Ein Jahr also ohne Informationen darüber, wie es weitergeht mit der Galerie, die mit dauerhaften Leerständen zu kämpfen hat.

Seit 1. Februar gehört die Galeriedem nach Luxemburger Recht aufgelegten „Mercureim EF One SICAV Fiar Fonds“. Als Verwalter hat der Fonds das Berliner Unternehmen Jurag beauftragt. Jurag wiederum hatte im Sommer 2020 im Merkur ehrgeizige Ziele verkündet: Man wolle die Leerstände rasch beseitigen und attraktive Gastronomie ansiedeln. Bislang wurden diese Versprechen zum Bedauern von Matheis nicht eingelöst. Aber immerhin hat C&A seinen Mietvertrag bis Frühjahr 2026 verlängert und die Kimmle-Stiftung ihren Mietvertrag im Oktober 2018 um fünf Jahre bis 30. September 2023.

Jetzt brauche man Perspektiven, daran würden auch Investitionen hängen. „Wir würden den Cap-Markt gerne modernisieren. Das ist mittlerweile ein 13 Jahre alter Markt“, sagt der Verwaltungsleiter. So sei etwa die Kühltechnik veraltet. Insgesamt würde man sicher rund 200 000 Euro investieren. 2020 habe der Cap-Markt gerade so „eine schwarze Null“ erwirtschaftet. Da könne man nicht einfach investieren, die Rahmenbedingungen müssten stimmen. Man wolle die Arbeitsplätze (16 im Cap-Markt, sechs im Capino, fünf im Capito) erhalten.

Matheis verhehlt nicht, dass der neue Eigentümer die Galerie am 1. Februar 2020 und damit zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt übernomen habe – Mitte März kam der erste Lockdown.

Der in der Pandemie entwickelte Heim-Service (für fünf Euro Aufschlag liefert der Cap-Markt nach Hause) habe sich gut entwickelt, in der Spitze griffen im Lockdown 500 Kunden darauf zu, jetzt seien es noch zirka 350. Das helfe natürlich, sei aber auch bitter nötig, da der neue Netto am anderen Ende der Fußgängerzone wie erwartet eine harte Konkurrenz sei und den Cap-Markt 15 Prozent Umsatz koste.

Nun sei der Verwalter gefordert, die Galerie so weiterzuentwickeln, dass sie den Mietern trotz schwierigen Umfeldes eine Zukunft biete: Die Frequenz müsse gesteigert werden, es brauche neue, attraktive Angebote.

Die Bäckerei Flory in der Hallplatz-Galerie öffnet am 4. Oktober offiziell in Eigenregie; in den vergangenen Monaten betrieb sie der Cap-Markt mit, seit September Holger und Martina Gravius. Das Ehepaar, das in Rodalben zwei weitere Bäckereien betreibt, öffnet Montag bis Freitag 7-16 Uhr, Samstag 7-13 Uhr. Martina Gravius sagte, es gebe jeden Tag ein Aktions-Brot sowie weitere Angebote.