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Zweibrücken: Kameraüberwachung von Schulhof Helmholtz-Gymnasium

Nach Vandalismus und Übergriff: Zweibrücken will Videokameras installieren : Helmholtz-Schulhof bald intensiv überwacht

Nach mehreren Fällen von Vandalismus und einer brutalen Attacke auf den Hausmeister werden gleich sieben Kameras installiert.

Es ist traurig, dass es so weit kommen muss. Aber das Helmholtz-Gymnasium weiß sich nicht mehr anders zu helfen. Nach mehreren Fällen von Vandalismus auf dem Gelände der Schule sowie einer brutalen Attacke auf den Hausmeister zu Beginn des Jahres rüstet das Gymnasium jetzt auf. Kameras sollen künftig den Außenbereich der Schule außerhalb der Schulzeiten kontrollieren.

Das Ordnungsamt der Stadt Zweibrücken hat Verständnis für die Sorgen der Schulleitung gezeigt und erklärt, dass gleich sieben Kameras installiert werden sollen, um mögliche Straftäter bestenfalls abzuschrecken – oder zumindest den Ermittlungsbehörden zu helfen, im Falle von Grenzüberschreitungen die Täter zu ermitteln.

Kerstin Kiehm, Leiterin des Helmholtz-Gymnasiums, bedauert, dass es nicht mehr anders geht, wie sie auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. Aber es sei in den vergangenen Monaten einfach zu viel vorgefallen. „Auf dem Schulhof werden ständig Mülleimer herausgerissen, die Fassade wurde beschädigt, im Bereich des Lehrerparkplatzes und des Kleinen Exe wurden Lampen demoliert“, nennt Kiehm Bespiele aus der jüngeren Vergangenheit.

Wie im Merkur berichtet, hatten laut Polizei bislang unbekannte Täter zwischen dem 6. und 9. August im Bereich von Helmholtz-Lehrerparkplatz und dem angrenzenden städtischen Wasserspielplatz mindestens sieben Straßenlaternen beschädigt, indem sie unter anderem die Glasaufsätze der Leuchten zerstörten und die Halterungen der Lampenaufsätze verbogen; den Gesamtschaden bezifferten die Beamten auf mindestens 5500 Euro.

Am schlimmsten sei natürlich ein brutaler Übergriff auf den Hausmeister des Helmholtz-Gymnasiums gewesen, erklärt Kiehm weiter. Auch über diesen Vorfall berichtete unsere Zeitung: Am 12. Januar hatte der Hausmeister nachmittags drei Jugendliche auf dem Schulhof beobachtet. Da diese offenkundig nicht zur Schülerschaft gehörten, forderte der Hausmeister das Trio mehrfach auf, das Gelände zu verlassen; schließlich ging er ins Schulgebäude, um die Polizei zu verständigen. Daraufhin attackierten die Jugendlichen den Mann von hinten, einer schlug ihm zweimal mit der Faust gegen den Hinterkopf und einmal ins Gesicht.

Nach dem Angriff flüchteten die Jugendlichen, auf der Flucht sahen sie aber noch genug Zeit, einen einbetonierten Metallmülleimer auf dem Schulhof mit aller Gewalt umzutreten (Sachschaden: 300 Euro).

Für das Helmholtz-Gymnasium ist die Summe dieser Straftaten einfach zu viel. Man wandte sich an das Ordnungsamt der Stadt. Die zuständige Dezernentin, die Beigeordnete Christina Rauch (CDU) habe Verständnis gezeigt, wie Kiehm erklärt. „Frau Rauch konnte das nachvollziehen, dass wir den Wunsch nach Kamera-Überwachung haben. Sie hat das Thema forciert, wofür wir dankbar sind.“

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt Rauch, dass die Stadt handeln werde. Und zwar intensiv. Gleich sieben Kameras sollen installiert werden, um den weitläufigen Bereich Schulhof/Westpfalzhalle/Lehrerparkplatz zu überwachen.

„Für den Bereich des Helmholtz-Gymnasiums gibt es bisher einen Entwurf der Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) gem. Art. 35 DS-GVO“ (Datenschutz-Grundverordnung), teilt Rauch schriftlich mit. „Danach ist vorgesehen insgesamt sieben Videoüberwachungsanlagen zu installieren“, so die Beigeordnete, die diese wie folgt auflistet: vorderer Haupteingang inklusive Eingang zur Bibliotheca Bipontina; hinterer Haupteingang (Ausgang Verwaltungstrakt); Fassadenfront Verwaltungstrakt; Fassadenfront Cafeteria und Außentoiletten; Bereich Wellnessbänke; Bereich neben der Westpfalzhalle (Tischtennisplatten, Fahrradstellplätze sowie Fluchttreppe) sowie Fassade des neuen Mehrzwecksaales (alte Feuerwehr-Fahrzeughalle).

Die Beigeordnete erklärt weiter, dass laut Information des Bauamtes leider noch nicht genau feststehe, wann genau die Installierung der sieben Kameras erfolgen werde.

In der jüngsten Vergangenheit haben Kameras in Zweibrücken übrigens teils wertvolle Dienste geleistet – teils auch nicht.

Im Falle des Vandalismus auf dem Minigolf-Platz an der Schließ brachten die Bilder der Überwachungskamera dort die Polizei auf die Spur der Täter (wir berichteten).

Im Falle der oben erwähnten Demolierung der Straßenlaternen Anfang August halfen die neu installierten Kameras auf dem Exe dagegen nicht. Wie Matthias Mahl, Leiter der Polizeiinspektion Zweibrücken, jetzt auf Merkur-Nachfrage sagt, wurden die Kameras auch dort ausgewertet in der Hoffnung, Hinweise auf die Vandalen zu bekommen. Allerdings habe die Sichtung keine relevanten Hinweise gegeben.

Das liegt womöglich daran, dass die neuen Kameras am Wasserspielplatz vornehmlich diesen überwachen – die Tat spielte sich aber eher im Bereich Lehrerparkplatz ab, so dass es hier wohl Lücken in der Überwachung gab.