1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Insektenzählen ist eine Aktion des Naturschutzbundes

5000 Meldungen zu über 46 000 Insekten : Steinhummeln sind Nummer eins in den Gärten

Sie haben einen samtschwarzen Körper, einen rotbraunen Hinterleib – und sind das am häufigsten beobachtete Insekt in deutschen Gärten: Steinhummeln. Neu in den Top Zehn ist der Siebenpunkt-Marienkäfer.

(dpa/lrs) Beim ersten Teil des großen Insektenzählens sind in Rheinland-Pfalz mehr als 420 Meldungen eingegangen. Bei der als „Insektensommer“ bezeichneten Aktion des Naturschutzbundes (Nabu) zählten die Freiwilligen zwischen dem 29. Mai und dem 7. Juni etwa 3800 Tiere, wie der Nabu am Dienstag mitteilte. In ganz Deutschland nahmen etwa 8300 Insektenfans teil. Sie übermittelten knapp 5000 Meldungen zu über 46 000 Insekten.

Am häufigsten wurde dabei sowohl deutschlandweit als auch in Rheinland-Pfalz die Steinhummel gesichtet, das zeigen die Halbzeitergebnisse. Es folgen im Deutschland-Ranking die Hainschwebfliege, Asiatischer Marienkäfer, Westliche Honigbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Lederwanze, Ackerhummel, Fliege und Ameise.

Die vorherrschende Körperfarbe der Steinhummel ist samtschwarz. Typisch für die Tiere ist die leuchtend rote Hinterleibsspitze. Die im Sommer kurzeitig auftretenden Männchen sind bunter, mit gelben Streifen und einem gelben Haarbüschel zwischen den Augen. Die Steinhummel als besonders flexible Art kann sich auch im Stroh von Ställen oder in verlassenen Vogelnestern und im Boden liegenden Mäusenestern aufhalten. Ein Staat besteht meistens aus 100 bis 300 Tieren. Honig produzieren die Tiere nur für ihren eigenen Bedarf; ihr Nutzen als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen ist aber von unschätzbarem Wert.

Steinhummeln sind stechfaul und treue Tiere. Sie können über Jahre am gleichen Nistort auftreten. Sie sind ausgesprochen friedlich. Selbst große Völker dulden einen Blick ins Nest ohne Stichattacken.

„Nur der Siebenpunkt-Marienkäfer ist ein Neueinstieg in die Top Zehn“, so Nabu-Insektenexpertin Laura Breitkreuz. Das liege sicher an der in diesem Jahr erstmals gestellten Entdeckungsfrage, bei der es um Marienkäfer ging. Auch erste Trends seien feststellbar: „Die Blaue Holzbiene, die ursprünglich nur in Südeuropa und manchen Regionen Süddeutschlands zu finden war, wandert nach und nach gen Norden“, so Breitkreuz. Die Insektensucher sollten herausfinden, ob Siebenpunkt- oder Asiatischer Marienkäfer häufiger gesichtet werden. Das bisherige Ergebnis in Rheinland-Pfalz: Der Asiatische Marienkäfer wurde mit 170 Beobachtungen häufiger gezählt als der heimische Siebenpunktmarienkäfer. Dieser wurde rund 120 Mal gesichtet.

Mit der Aktion will der Nabu auf die Bedeutung von Insekten aufmerksam machen, die stark gefährdet seien. „Von der Ameise bis zum Zitronenfalter, Insekten sind systemrelevant – wir freuen uns, dass viele Menschen das offenbar erkannt und sich am Insektensommer beteiligt haben“, so Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. In Deutschland leben rund 33 000 Insektenarten. Der zweite Teil der Zählung soll vom 31. Juli bis zum 9. August stattfinden.