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Fuchswelpe vor sicherem Tod gerettet

Tierart : Fuchswelpe vor sicherem Tod gerettet

Forstarbeiter werfen Fuchsmutter und weitere Jungen in Häckslermaschine.

Ein unerwarteter und spektakulärer Neuzugang bei der Tierauffangstation in Maßweiler sorgt derzeit für großen Gesprächsstoff. Seit Ende der vorvergangenen Woche kursiert eine fast unglaubliche Geschichte durch die sozialen Medien und erregt die Gemüter aller Tierfreunde in der Region und darüber hinaus.

Bei Forstarbeiten im Wald geriet eine Fuchsmutter wohl versehentlich in die Greifarme eines großen Häckslers und wurde getötet. Kurze Zeit später sollen die Arbeiter auch den wimmernden Welpennachwuchs, der sich ebenfalls unter den Ästen versteckt hatte, gefunden haben. Obwohl ein junger Mann aus der Gruppe sich anbot, die Kleinen an sich zu nehmen und zu versorgen, sollen die anderen Männer dies nicht zugelassen haben. Mit Aussagen wie: „Die haben sowieso keine Chance und Füchse gibt es genug im Wald“ sollen sie die Jungtiere gleichfalls in die Häckselmaschine geworfen haben.

Ein Tier wurde von dem jungen Mann im Wald gerettet. Tierart in Maßweiler hat den jungen Fuchs, der etwa sechs Wochen alt sein dürfte, nun bei sich aufgenommen. Eva Lindenschmidt von Tierart bestätigt die Aktion, fügt aber hinzu, dass es sich um kein Forstrevier im näheren Umkreis gehandelt hat. Auch Hermann Braun vom Forstamt Westrich hat gleich nach dem Bekanntwerden der Geschichte selbst recherchiert, und ist zum gleichen Ergebnis gekommen.

Dem jungen Fuchs geht es gut und er scheint sich im Kreise seiner neuen Mitbewohner in Maßweiler auch wohl zu fühlen, so der Eindruck von Lindenschmidt. Seit Bekanntgabe der Aufnahme des Fuchswelpen hat die Anzahl der Kommentare auf der Facebook-Seite von Tierart eine vierstellige Zahl überschritten. Von Mitleid, Zorn und Dankbekundungen an den Retter ist dort zu lesen. Inzwischen soll es auch eine Anzeige gegen die Verantwortlichen geben.

Schon seit vielen Jahren werden in der Tierauffangstation immer wieder junge Füchse aufgepäppelt – teils mit der Flasche –, um danach wieder in die Natur entlassen zu werden.