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Freibäder in der Südwestpfalz noch geschlossen

Corona bremst : Wann startet die Freibadsaison?

Hygienevorschriften erfordern mehr Bademeister und Aufsichtpersonal.

Seit Mittwoch dürfen die Freibäder in Rheinland-Pfalz wieder öffnen. Passiert ist dies doch bisher bei den Bädern in der Region nicht. Ein Überblick.

Das Freibad auf der Biebermühle wird frühestens zu Beginn der Sommerferien öffnen, informierte Wolfgang Denzer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rodalben. Zwar sei eine Sondersitzung zum Thema Schwimmbadöffnung für Montag, 8. Juni, anberaumt, doch selbst wenn eine Öffnung beschlossen werde, könne das Bad nicht früher öffnen, stellt Denzer klar.

Die Personalbeschaffung sei das größte Problem, betont er. „Wir müssten zusätzlich Aufsichtspersonal, Bademeister, Reinigungskräfte, Kassierer und Security-Kräfte einstellen“, erklärt Denzer. Die Beschaffung von Sicherheitskräften, Reinigungs- und Kassenpersonal sei eher nur eine Kostenfrage.

Ähnliche Probleme treiben die Stadt Zweibrücken um. Wann das Zweibrücker Freibad an der Schließ wieder öffnet, darüber könne die Verwaltung derzeit „keine verlässliche Aussage machen“, erklärte Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD). Die Umsetzung sei „kompliziert“ und würde noch einige Zeit dauern, bedauert der Oberbürgermeister. So müssten zum Beispiel Leinen besorgt werden, um die Bahnen abzutrennen. Weiter werde eine Online-Buchung installiert werden. Auch werde mehr Personal an Schwimmmeistern oder für die Sicherheit eingesetzt werden. „Das alles ist nicht billig“, sagt Wosnitza.

Auch im Wasgaufreibad in Hauenstein reiche das vorhandene Personal nicht aus, um dem Hygienekonzept Rechnung zu tragen, sagt Hauensteins Ortsbürgermeister Michael Zimmermann. Neben dem zusätzlichen Reinigungspersonal müssten auf jeden Fall Aufsichtspersonen eingestellt werden, da die Kontrolle des Mindestabstands auf dem weitläufigen Gelände des Freibads schwierig sei. Die Finanzierung des Zusatzpersonals sei für die Gemeinde nicht einfach, denn das Bad mache ohnehin bis zu 180 000 Euro Verlust pro Saison, kalkuliert er.

Die Innenduschen werde er sperren und der Kiosk werde auf jeden Fall unter den entsprechenden Hygienevorschriften für die Gastronomie öffnen, versichert Zimmermann. Bis nächste Woche werde ein Konzept erarbeitet, das in der Gemeinderatsitzung am Donnerstag, 4. Juni, auf die Umsetzbarkeit hin geprüft wird. „Dann wird entschieden, ob beziehungsweise wann das Freibad öffnet“, informiert Zimmermann.

Am Dienstag, 2. Juni, wird in einer Ratssitzung über die Umsetzbarkeit des Hygienekonzepts im Bergbad Heltersberg entschieden, informiert Verbandsbürgermeister Lothar Weber. Wenn die Auflagen erfüllt werden können, ist eine Eröffnung für Mitte Juni geplant. Während sich an Spitzentagen bis zu 2 500 Badegäste tummelten, seien jetzt nur noch rund 500 Gäste auf dem 9 000 Quadratmeter großen Gelände erlaubt. Durch Vorschriften wie die Aufnahme von Kontaktdaten, regelmäßige Reinigungen und Kontrolle des Mindestabstands gelange das Freibad personaltechnisch an seine Grenze.

Die Beschaffung von Fachpersonal bereitete schon im vergangenen Jahr Probleme: Das Schwimmbad musste seine Öffnungszeiten verkürzen, weil ein Bademeister längere Zeit ausfiel und sich nirgends Ersatz fand. Und aktuell ist weit mehr Zusatzpersonal erforderlich. Aktuell habe er keine Lösung für das Problem gefunden, sei aber mit anderen Bädern im Gespräch, so Weber.

Das Hygienekonzept des Landes sei durch viele verschiedene Einzelmaßnahmen umsetzbar: Auf den Schwimmerbahnen wird nach Einbahnstraßensystem geschwommen. Die Beckenbereiche werden durch Seile voneinander abgetrennt und die zugehörigen Liegeflächen mit Kreide gekennzeichnet. Um den Kioskpächter zu unterstützen, stellt ihm das Bad einen Teil der Liegefläche zur Verfügung, falls er Bedarf hat.

Die Verbandsgemeinde Dahner Felsenland entwickelt zur Zeit ein Konzept für das Felsland-Badeparadies in Dahn, das sie am Dienstag, 2. Juni, vorstellen wird, informiert Werkleiter Klaus Hüther. Dort werde auch entschieden wann und unter welchen Bedingungen geöffnet wird.

„Sobald es die Umstände zulassen, wollen wir öffnen“, berichtet Karl-Heinz Brügel, Leiter der Zentralabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land über die Öffnung des Freibades in Contwig.

Christoph Dörr, Geschäftsführer der Stadtwerke, erklärte bereits, dass er das Freibad im Plub frühestens am Mittwoch, 10. Juni öffnen werde, da vorher das Hallenbad geschlossen bleiben müsse. Eine teilweise Öffnung des Kombibads kommt für ihn nicht infrage. Näheres wird in der kommenden Woche bekannt gegeben.