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Weiter auf Erfolgswelle unterwegs

Weiter auf Erfolgswelle unterwegs

Marlene Hüther ist an der Spitze des deutschen Schwimmsports angekommen. In Berlin bestätigte die 16-Jährige aus Dietrichingen ihre sensationelle Form, gleich dreimal landete sie auf dem Treppchen.

Mit drei Medaillen im Gepäck kehrt Wsf-Spitzenschwimmerin Marlene Hüther von den deutschen Meisterschaften in Berlin zurück. Die Dietrichingerin holte bei den Titelkämpfen, die zudem im Zeichen des Erreichens der Normzeiten für die Weltmeisterschaften in Kasan standen, ihre ersten Einzelmedaillen auf der Langbahn. Im Winter hatte die 16-Jährige bereits zweimal Silber bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften gewonnen. Für die Schülerin vom Saarbrücker Rotenbühl-Gymnasium stand dabei weniger die WM-Norm im Vordergrund. Das vorrangige Ziel war es, sich auf nationaler Ebene auf der Langbahn zu etablieren.

"Für Marlene war die DM ein schöner Erfolg. Mit dem Erreichen der A-Finals wurden alle gesteckten Ziele erreicht, die Medaillen sind eine zusätzliche Belohnung", blickt Landestrainer Ralf Steffen zurück. Schon zum Auftakt gelang Hüther als Startschwimmerin der 4x200-m-Freistilstaffel der SSG Saar Max Ritter in 1:59,29 Minuten eine neue Bestzeit, die die Staffel auf den Weg zur souveränen Titelverteidigung in neuer deutscher Rekordzeit führte. Am Freitag qualifizierte sie sich als Siebte in 32,46 sec für das A-Finale über die 50 m Brust, wo sie sich auf 32,25 sec und Platz sechs steigern konnte. Innerhalb kurzer Zeit waren am Samstag die Vorläufe und später die Finals über 100 m Brust und 200 m Lagen zu absolvieren. Über die 100 m Brust sicherte sie sich in 1:10,75 min. das Finalticket, wo sie sich auf 1:09,81 min. verbessern konnte. Zeitgleich mit Margarethe Hummels belegte Hüther Platz vier. Nur wenig später musste sie über die 200 m Lagen ran und konnte hier ihre Vorlaufzeit um über zwei Sekunden auf 2:14,05 min steigern. Hinter Maxine Wolters gewann Hüther Bronze - ihre erste Einzelmedaille bei deutschen Langbahnmeisterschaften. Am Sonntag verzichtete das Ausnahmetalent der Wassersportfreunde auf den Start über die 200 m Brust, um sich ganz auf die Freistilstrecke konzentrieren zu können. Über die 200 m Freistil bietet sich für Marlene Hüther die Chance sich, wie schon in der Kurzbahnsaison, für die deutsche Staffel für die WM in Kasan zu qualifizieren. Als Vierte schwamm sie in 2:20,25 am frühen Sonntagmorgen die viertbeste Vorlaufzeit. "Vor dem Finale habe ich Marlene zu ersten Mal richtig nervös erlebt", erzählt Steffen, "zwei Stunden vor dem Rennen sind ihr viele Gedanken durch den Kopf geschwirrt. So kenne ich sie eigentlich gar nicht". Im Finale war Hüthers Nervosität dann wie weggeflogen. Hier gelang es ihr, ihre Bestzeit vom Staffelstart noch einmal steigern und sich in 1:59,14 min ihre zweite Bronzemedaille hinter Johanna Friedrich aus Magdeburg in 1:58,99 min und Titelverteidigerin Annika Bruhn zu sichern. Da alle vier Erstplatzierten in der Zeitaddition die Normzeit für die WM unterboten, besteht für Hüther die Möglichkeit eventuell bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Kasan zu starten. Es bleibt aber noch abzuwarten, ob Bundestrainer Henning Lambertz die Staffel für Kasan meldet. Die WM wäre nur eine Zwischenstation, wie Lambertz betont. Fernziel der jungen Schwimmer des DSV-Perspektivteams sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio.

Sehr zufrieden mit den Titelkämpfen in Berlin dürften auch die beiden anderen Wsf-Starter Vanessa Dehaut und Moritz Bartels sein. Ihre Bestleistung unterbot Dehaut über die 200 m Schmetterling, wo sie sich auf 2:22,99 min steigern konnte und auf Rang 25 vorschwamm. Über die 100 m Schmetterling und die 200 m Rücken schlug sie in 1:07,60 min. und 2:24,90 min an. Die Freistilstrecken von 400 bis 1500 m absolvierte Moritz Bartels. Seine beste Platzierung holte der erst 16-Jährige über die 800 m Freistil . Im offenen Feld schlug er in 8:27,45 min auf Rang 13 an. Über die 1500 m Freistil belegte er Rang 14, über die 400 m Freistil Rang 32.