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Schulen in Merzig-Wadern bereiten sich auf Rückkehr der Schüler vor

Kostenpflichtiger Inhalt: Großes Stühlerücken : Weiterführende Schulen im Kreis Merzig-Wadern bereiten sich auf Rückkehr der Schüler vor

Markierungen, Abstandsregeln und Aufteilung von Kursen: Die Schulen im Kreis haben diverse Vorkehrungen getroffen, damit der Unterricht wieder anlaufen kann.

Die Schulen im Saarland werden ab Montag, 4. Mai, wieder schrittweise öffnen. Den Anfang machen die angehenden Abiturienten, ehe am 11. Mai der Unterricht für Schüler des ersten Jahres der Hauptphase an Gymnasien (Klassenstufe elf) sowie an Gemeinschaftsschulen (Klassenstufe zwölf) beginnt. Am Freitagabend veröffentlichte das Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden einen Hygieneplan für die Schulen, um die Abläufe und Vorgaben zu regeln. Die SZ hat sich umgehört, wie sich die weiterführenden Schulen im Landkreis vorbereiten.

„Der Hygieneplan kann umgesetzt werden“, vermeldet Schulleiterin Ellen Küneke vom Hochwald-Gymnasium in Wadern. Erst am Montag gab es eine Schulbegehung, bei der die Tische und Stühle in einem Abstand von zwei Metern aufgestellt wurden. Zudem wurde ein Brief an die Eltern verteilt, um die Familien auf den sukzessiven Anlauf der Schule vorzubereiten. „Damit sich die Schüler nicht begegnen, gibt es im Haupt- und Nebengebäude separate Auf- und Abgänge“, sagt Küneke, auch Seife und Papierhandtücher seien ausreichend vorhanden. „Da hat uns der Kreis gut versorgt“, sagt die Schulleitern. Insgesamt 84 Zwölfer-Schüler haben ab Montag die Möglichkeit, sich zwei Wochen lang intensiv auf die Abiturprüfungen vorzubereiten. Wie viele davon kommen, hat die Schule nicht abgefragt.

Auch am Gymnasium am Stefansberg in Merzig werden Tische und Stühle gerückt, die Vorbereitungen für die Rückkehr der Schüler laufen, wie Schulleiter Albert Ehl mitteilt. Er findet: „Der Hygieneplan wird umsetzbar sein.“ So gibt es im Schulgebäude ein Einbahnstraßensystem, ebenso werden Markierungen angebracht. Für die Pause sollen die Schüler in ihren Klassenräumen bleiben, zudem gebe es Lehrerschichten, die die Toiletten im Auge behalten. „Die Situation ist surreal“, beurteilt Ehl, der nicht mit einem Raumproblem rechnet. „Räume haben wir genug“, sagt er und gibt an, dass die 116 Abiturienten und insgesamt knapp über 200 Schüler der Klassenstufen zehn und elf entsprechend auf Abstand verteilt werden können. Auch die Räume für die Abiturprüfungen stehen schon. Geschrieben wird demnach in der Aula, in der Sporthalle und in einem Kombiraum.

Die Aufteilung der Schüler macht dagegen dem Schulleiter des Peter-Wust-Gymnasiums in Merzig Sorgen: „Wir werden die Kurse aufteilen müssen“, kündigt Andreas Brust an. Bereits vergangene Woche habe man damit anfangen, die Tische und Stühle entsprechend auseinander zu rücken, auch auf die beiden Sporthallen sei man dabei ausgewichen. „Im alten Musiksaal, in den sonst 60 Schüler passen, ist jetzt nur noch Platz für 15“, sagt Brust, der findet: „Die Zwänge sind groß, der Spielraum ist jedoch klein.“ Dabei zeige sich: „Unter den Maßgaben ist es absolut unvorstellbar, dass noch zusätzliche Kinder der anderen Klassenstufen kommen können.“

In den Sporthallen finde unter anderem auch der Unterricht statt, die Herrichtung dafür laufe derzeit. „Da haben wir keine Technik oder eine analoge Tafel“, gibt Brust zu Bedenken. Wie viele Schüler zur Abiturvorbereitung kommen wollen, hat die Schule im Voraus abgefragt. „Fast alle haben sich angemeldet“, sagt Brust, der froh mit dem Hygieneplan ist. „Er gibt eine gewisse Klarheit“, findet er, außerdem sei der Lehrereinsatz geklärt. Aber: „Die Umsetzung des Plans stellt uns vor Herausforderungen.“

Vor einer Herausforderung steht auch das Schengen-Lyzeum in Perl. „Weil wir eine binationale Schule sind, ist es schwierig, für beide Systeme eine gemeinsame Basis zu finden“, sagt Schulleiterin Marion Zenner, die sich sowohl mit dem saarländischen als auch mit dem luxemburgischen Bildungsministerium absprechen muss. Hierfür legte die Schule vergangene Woche einen Vorschlag vor, auf dessen Beantwortung die Schulleiterin am Dienstag noch wartet. „Wie es ab dem 11. Mai aussieht, ist noch nicht geklärt“, sagt Zenner. Was klar ist: „Die Abschlussschüler aus den Klassenstufen zwölf, zehn und neun werden kommen“, teilt die Schulleiterin mit. Insgesamt seien das 123 Schüler, obwohl außer den Terminen für das Abitur die Termine der Abschlussprüfungen für den Mittleren Bildungsabschluss und Hauptschulabschluss bis dato noch nicht feststehen.

Auch sie ist frohen Mutes, den Hygieneplan umzusetzen, die Vorbereitungen dafür laufen aktuell. Darüber hinaus stehe man mit der deutschen Botschaft in Kontakt, denn zur Öffnung der Schulen müssen auch Schüler aus Luxemburg die Grenzen passieren können. „Aber ich hoffe noch auf eine Grenzöffnung am 4. Mai“, sagt Zenner.

Die letzten Vorbereitungen für die Rückkehr der Schüler trifft auch die Friedrich-Bernhard-Karcher-Schule in Beckingen. „Wir sind gerade dabei, die Klassenräume entsprechend zu bestuhlen“, sagt Schulleiter Marc-Vincent Elsholz. „Die Klassen werden in mehrere Kleingruppen aufgeteilt und vom Fachlehrer unterrichtet“, teilt dieser mit, ebenso habe man Lehrerkräfte als Lotsen abgestellt, die ab kommender Woche die Schüler der Klassenstufe neun und zehn von den Bussen abholen und nach vier Stunden Unterricht wieder zu diesen bringen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Damit jeder eine Maske hat, hatte die Schule dazu aufgerufen, diese selbst zu nähen. „Das ist in hoher Anzahl geschehen“, versichert Elsholz. Dass die jedoch im Unterricht nicht getragen werden müssen, findet Elsholz „nicht gut“. Aufgrund dessen werde aktuell überlegt, für die Lehrkräfte einen Spuckschutz anzubringen. Auch Seife und Papierhandtücher seien aufgestockt worden, wie in jeder Schule im Landkreis gebe es auch hier in jedem Klassenraum ein Waschbecken. Weiterhin ausgesetzt bleibt die Ganztagsschule, was Elsholz bedauert. Mit Blick auf die kommende Woche sei man zwar gut aufgestellt, ein Magendrücken verspüre Elsholz dennoch angesichts dessen, ob die Vorkehrungen auch in der Praxis funktionieren. „Wir springen ins kalte Wasser“, findet der Schulleiter.