Ein langer, steiniger Weg

So schnell geht's manchmal: Vor dreieinhalb Wochen noch war der Jubel riesig beim Fußball-Oberligisten SVN Zweibrücken. Da hatte es das abgeschlagene Tabellenschlusslicht doch tatsächlich geschafft, nach saisonübergreifend 32 Niederlagen am Stück mal wieder zu gewinnen.

Die Hoffnung war groß, dass der 1:0-Sieg in Ludwigshafen Druck vom Team nimmt und für den langfristigen Aufbau eines schlagkräftigen Teams förderlich ist. Und was ist draus geworden? Die Stimmung beim SVN scheint eher schlechter geworden zu sein. So schlecht sogar, dass Trainer Raphaél Laghnej bereits vor dem Spiel bei Schott Mainz öffentlich über Grüppchenbildung und mangelnden Teamgeist sprach. Einige seien mit den Gedanken schon bei einem anderen Verein, mutmaßte Laghnej. Anschließend kassierte sein Team in Mainz mit 1:9 die höchste Niederlage der an derben Klatschen nicht gerade armen Saison.

Noch zwei Spiele sind es nun noch bis zur Winterpause. Die müssen auf jeden Fall noch anständig über die Bühne gebracht werden, ehe in der spielfreien Zeit einige wichtige Entscheidungen anstehen. Die wichtigste von allen betrifft wohl den Trainer selbst. Es ist zu hoffen, dass Laghnej seine Arbeit - wie er es angekündigt hat - auch tatsächlich fortsetzt. Ein erneuter Trainerwechsel dürfte nicht gerade für Stabilität sorgen. Und gerade Stabilität braucht der Verein. Deshalb ist es Laghnejs Hauptaufgabe vor dem Start in die Rückrunde, dafür zu sorgen, dass die Mannschaft nicht völlig auseinanderfliegt. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht von dem einen oder anderen Spieler trennen muss, der mit den Gedanken nicht mehr beim SVN ist. Laghnej kündigte bereits vielsagend "unbequeme Entscheidungen" an. Natürlich müssen in diesem Fall neue Spieler her - und das im Rahmen der sehr bescheidenen finanziellen Mittel. Die Neuzugänge müssen wissen, worauf sie sich einlassen: Hauptkriterium sollte neben fußballerischem Talent die Bereitschaft sein, einen langen Weg mit dem SVN zu gehen. Ein Weg, der sehr steinig sein wird und in nächster Zeit vor allem Niederlagen mit sich bringen wird. Das erfordert eine hohe Frustrationstoleranz. Am Ende findet sich der SVN dann hoffentlich in einer Liga wieder, die den Möglichkeiten des Vereins besser entspricht als heute die Oberliga.