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Der KSV Köllerbach kämpft im Ringer-DM-Finale gegen Wacker Burghausen

Köllerbach im DM-Finale : Der KSV fordert den „FC Bayern des Ringens“

Köllerbacher Ringer erwarten zum Hinkampf um die deutsche Mannschafts-Meisterschaft gegen Burghausen über 2000 Zuschauer.

Bis zu 2200 Fans werden in der Völklinger Hermann-Neuberger-Halle erwartet, wenn die Ringer des KSV Köllerbach an diesem Samstagabend um 19.30 Uhr versuchen, den nächsten Schritt in Richtung siebte deutsche Mannschafts-Meisterschaft im Ringen zu unternehmen. „Wir haben am Freitag mit zahlreichen Helfern eine dem Anlass entsprechende Bühne bereitet“, sagt Hilmar Rehlinger, der Vorsitzende des KSV: „Wir hoffen auf einen spannenden Kampf und eine gute Ausgangsbasis für den Rück­kampf in einer Woche. Für Kurzentschlossene gibt es noch ein paar Karten an der Abendkasse.“

Der KSV kann jede Unterstützung gebrauchen, denn der Gegner ist mit Titelverteidiger Wacker Burghausen die dominierende Mannschaft der letzten beiden Jahre. Die Ostbayern haben in dieser Saison – wie der KSV – erst eine Niederlage hinnehmen müssen, sind problemlos durch die Playoffs marschiert. „Wir gehen nicht auf die Matte, um Zweiter zu werden“, sagt aber Thomas Geid, der Mannschaftsverantwortliche des KSV, trotz des Wissens um die Schwere der Aufgabe: „Auch Wacker ist schlagbar. Dafür muss bei uns aber alles stimmen – und bei ihnen das ein odere andere eben nicht.“

Burghausen ist so etwas wie der FC Bayern des Ringens. Der Etat soll deutlich über dem der Konkurrenz liegen, genaue Zahlen werden nicht genannt. Der Kader umfasst fast 40 Sportler, viele mit großer internationaler Erfahrung. Dadurch ist die Aufstellung nur schwer vorhersehbar. Vor allem in den unteren Gewichtsklassen sind sie überragend besetzt. Dass auch sie wohl nicht aus dem Vollen schöpfen können, spricht für die Köllerbacher Außenseiter. „Kakhaber Khubetzky ist bei einem Turnier in Russland gemeldet. Sollte er ausfallen, haben sie mit Magomedmurad Gadzhiev, Soner Demirtas oder Ali Umarpashaev mehr als nur einen Ersatzmann“, weiß Geid über die starken Männer in der Klasse bis 75 Kilo Freistil.

Abstellungen für internationale Turniere oder Trainingsmaßnahmen der Landesverbände haben im Olympia-Jahr Vorrang. „Wir haben bislang keine Absagen, können mit den Sportlern antreten, die wir auch geplant haben“, sagt Geid, macht aus der Aufstellung aber natürlich ein Geheimnis.

Deutscher Meister ist der, der nach beiden Kampfabenden die meisten Punkte geholt hat. Dass der KSV auch einen Rückstand aufholen kann, hat er im Halbfinale beim SV Nackenheim eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Vor zwei Jahren war Wacker bei deren ersten Titelgewinn eine Nummer zu groß für die Saarländer. Die erinnern sich lieber an ihre letzte Meisterschaft vor elf Jahren. „Damals gegen Luckenwalde waren wir auch krasser Außenseiter“, sagt Timo Badusch, damals blutjung, heute fast 30 und Kapitän des KSV: „Die jetzige Mannschaft hat die gleiche Mentalität.“

Außer Greco-Spezialist Badusch ist nur noch Routinier und Leitwolf Andrij Shyyka von damals noch dabei. Der wurde vom Nackenheimer Trainer Cengiz Cakici in einer Mischung aus Respekt und Ärger über die eigene Niederlage gefragt, „wann er denn endlich aufhört“. Shyykas Antwort: „Wenn wir drei Mal in Folge deutscher Meister werden.“ Der 39-Jährige ist aktuell in bestechender Form, hat in dieser Saison alle Kämpfe gewonnen.

„Wir hatten 2009 eine sehr homogene Mannschaft“, erinnert sich Geid und vergleicht: „Auch heute ist es ein richtiges Team. Die Erfahrenen unterstützen die Jungen, auch die ausländischen Sportler helfen beim Training, geben Tipps und Ratschläge, feilen an den Techniken. Jeder fiebert bei den Kämpfen der anderen mit. Das macht einfach sehr viel Spaß.“ Mit diesem Teamgeist und dem Publikum im Rücken wollen Geid und der KSV die Überraschung schaffen: „Es ist schon jetzt eine geile Saison. Wir werden in diesem letzten Heimkampf noch einmal alles in die Waagschale werfen.“