Halbfinale beim SV Nackenheim: Mihail Sava punktet für KSV Köllerbach

Kostenpflichtiger Inhalt: Köllerbachs Leistungsträger stammt aus Moldawien : Savas Kämpfe sind Werbung fürs Ringen

Technisch und körperlich starker Moldawier holt wichtige Punkte für den KSV Köllerbach. Samstag Halbfinal-Rückkampf in Nackenheim.

Die Miene ist wie in Stein gemeißelt. Mihail Sava könnte sein Geld wohl auch mit Poker verdienen, denn selbst enge Weggefährten können die Emotionen des Spitzenringers vom KSV Köllerbach nur schwer ablesen. „Er hat nach dem Kampf ganz kurz geblinzelt. Da wusste ich, dass er sich wirklich sehr freut“, scherzte Thomas Geid, der Mannschaftsverantwortliche beim KSV, am vergangenen Samstag. Zuvor hatte Sava mit seinem Erfolg über Osman Cakici großen Anteil daran, dass die Saarländer trotz der 13:14-Heimniederlage gegen den SV Alemannia Nackenheim noch alle Chancen auf den Finaleinzug um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft haben.

„Ich bin halt so, ich kann meine Gefühle einfach nicht so nach außen zeigen. Das heißt aber nicht, dass ich mich nicht freue oder auch mal traurig bin“, sagte der 29-jährige Sava und musste dann doch kräftig lachen. Denn Landsmann und Mannschaftskollege Piotr Ianulov hatte sich ins Gespräch eingemischt: „Bei uns ist er doch immer eine richtige Frohnatur. Den müsstest du mal zu Hause sehen, da hat er gar nichts zu lachen.“ Zu Hause, da warten Savas Frau und die einjährige Tochter auf den Freistil-Spezialisten: „Sie sind der Sinn meines Lebens. Was ich mache, tue ich für sie. Sie geben mir die Kraft.“

Die ist auch in dieser Saison beim KSV dringend von Nöten. Der Moldawier Sava ist eine Bank, egal ob in „seiner“ Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm, aber wenn nötig auch in den Klassen bis 75 oder gar 80 Kilo. „Mihail stellt sich immer in den Dienst der Truppe und holt wichtige Punkte“, lobt Geid den Rumänen, der vor der vergangenen Saison vom KSV Ispringen aus der „Rebellenliga“ Deutsche Ringer-Liga zum KSV wechselte. „Das ist Mannschaftsringen. Da muss man eigene Befindlichkeiten hinten anstellen“, sagte der sonst eher wortkarge Sava, der so ungern im Mittelpunkt steht: „Die Mannschaft braucht Punkte, und ich versuche sie zu holen.“

Das tut er oft spektakulär. Savas Kämpfe sind fast immer Werbung für die olympische Sportart. Technisch extrem gut ausgebildet, körperlich beeindruckend stark, mental scheinbar unerschütterlich. „Technik ist wichtig, Kraft auch. Aber das Wichtigste ist die richtige Taktik. Damit kannst du auch schwerere Gegner schlagen“, sagt er, „mir ist es egal, wie groß oder schwer mein Gegner ist, oder was er mal gewonnen hat. Man muss mit dem Kopf ringen, dort gewinnt man die Kämpfe.“

An diesem Samstag (19 Uhr) geht es zum Halbfinal-Rückkampf nach Nackenheim. „Wir stehen nach dem Stilart-Wechsel stärker“, hatte Nackenheims Trainer Cengiz Cakici nach dem Erfolg im Trimm-Treff angekündigt. Doch das gilt auch für die Saarländer. Die Hausherren werden wohl beispielsweise den deutschen Spitzenringer Denis Kudla aufbieten (98 Kilo greco), die Gäste mit Olympia-Hoffnung Etienne Kinsinger (66 Kilo greco) kontern. „Es wird eine ganz enge Sache“, sagt Geid und meint damit nicht nur die Matte. Denn die ist mit Hilfe einer Sondergenehmigung kleiner als eigentlich vorgeschrieben. Die Nackenheimer haben wegen Fastnachtsveranstaltungen und Fußball-Hallenturnieren keine größere Veranstaltungsstätte als die Carl-Zuckmayer-Halle bekommen, die nur etwa 1000 Zuschauern Platz bietet. Geid: „Das ist uns egal. Wir müssen um jeden Punkt, jede Wertung kämpfen.“

Die Atmosphäre wird sicher laut und hitzig. Savas Motivationsrede fällt dagegen leise, aber entschlossen aus: „Wir haben den Hinkampf zwar verloren, aber wir haben es natürlich selbst in der Hand. Es liegt an jedem einzelnen. Jeder muss einfach alles abrufen und über seine Grenze gehen.“ Und schafft es der KSV wie vor zwei Jahren gegen den TuS Adelhausen, eine Hinkampf-Niederlage zu drehen, muss man wieder genau hinschauen, wenn Mihail Sava vor Glück ein Mal blinzelt.