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KSV Köllerbach macht Lust auf das Halbfinale

Ringen : KSV Köllerbach macht Lust auf das Halbfinale

Die Ringer besiegen den KSV Witten auch im Viertelfinal-Rückkampf deutlich. Jetzt geht es gegen den SV Nackenheim.

„Deutscher Meiser wird nur der KSV“, sangen am Samstag in der Kyllberghalle die Fans der Kraftsportvereine aus Witten und Köllerbach gemeinsam. Doch nach dem 23:10 im Viertelfinal-Rückkampf sind nur noch die Saarländer im Rennen um den Mannschafts-Titel im Ringen. „Das Halbfinale war unser Ziel vor der Saison“, sagte Köllerbachs Temachef Thomas Geid: „Aber jetzt wollen wir natürlich mehr.“

Nach dem klaren 24:7 im Hinkampf konnte Geid am Samstag einige angeschlagene Sportler schonen, anderen das anstrengende „Gewichtmachen“ ersparen. „Das fällt nach den Feiertagen immer ein wenig schwerer“, gestand Freistil­spezialist Piotr Ianulov, der am Samstag in der Klasse bis 86 Kilo gegen Ufuk Canli antreten musste: „Normal muss ich vorm Kampf immer zwei, drei Kilo abnehmen, diesmal waren es dann doch drei oder vier.“ In der ersten Runde hatte Ianulov dann auch kleinere Probleme, den beweglichen Wittener in den Griff zu bekommen, holte am Ende aber mit 11:0 drei Mannschaftspunkte.

Derer vier steuerte Mihail Sava in der Klasse bis 71 Kilo Freistil bei. Dem Rumänen zuzuschauen, ist eine Augenweide: technisch bärenstark, enorm kraftvoll und dynamisch und mit viel taktischem Verständnis. Nach 5:11 Minuten und sieben technischen Wertungen hatte Sava Wittens Ibro Cakovic technisch überlegen besiegt.

Mit 14:0 konnte auch Etienne Kinsinger (66 Kilo griechisch-römisch) einen klaren Sieg gegen Gensche Gereev feiern, der sogar den sonst so selbstkritischen Studenten zumindest teilweise zufriedenstellte: „Ich habe den Kampf bestimmt, das war in Ordnung. Aber im Bodenkampf ist noch deutlich Luft nach oben. Aber ich muss ja nicht heute in Topform sein, sondern in drei Monaten.“ Dann geht es für Kinsinger darum, in einem Ausscheidungsturnier doch noch das Ticket für die Olympischen Spiele zu lösen.

Dorthin möchte auch Tarek Abdelslam, Köllerbachs gebürtiger Ägypter, der nun für Bulgarien startet. Der 26-Jährige hatte in der Klasse bis 98 Kilo Greco mit dem 6,6 Kilo schwereren Nico Brunner ebenso leichtes Spiel wie Aleksander Khotsianivski (130 Kilo Freistil) mit dem 19,5 Kilo leichteren Simeon Stankovich. „Sascha“ brauchte nur 1:32 Minuten für seinen technisch überlegenen Punktsieg.

Nur ein Köllerbacher hatte einen kürzeren Auftritt. Nachwuchsmann Nils Klein (80 Kilo Greco) wurde zuerst durch die Luft geschleudert und dann vom mittlerweile 48 Jahre alten Altmeister Adam Juretzko nach nur 47 Sekunden auf die Schultern gedrückt. Auch Giovanni Comparetto (61 Kilo Freistil) und der erkältungsgeschwächte Timo Badusch (75 Kilo Greco) gaben ihre Kämpfe ab. So sorgte Andrej Shyyka mit seinem 16:0 gegen Robin Pelzer für den letzten Sieg des Abends und heizte die Vorfreude auf das Halbfinale so richtig an. „Witten hat alles gegeben und kann sich hocherhobenen Hauptes aus der Runde verabschieden“, sagte Geid: „Mit dem SV Nackenheim kommt nun eine noch schwerere Aufgabe. Sie sind sehr gut besetzt, aber wir können sie besiegen.“

Nackenheim hatte sich am Samstag mit 35:4 gegen die RSG Freiburg durchgesetzt und wird nun am Samstag um 19.30 Uhr im Püttlinger Trimmtreff antreten. Das zweite Halbfinale bestreiten Meister Wacker Burghausen und der ASV Mainz. Der hat sich nach Protest im Hinkampf und Punktegleichheit nach dem Rückkampf nur aufgrund der Mehrzahl an höheren Siegen gegen die Red Devils Heilbronn durchgesetzt.