Ringer des KSV Köllerbach verlieren Halbfinal-Hinkampf gegen Nackenheim

Kostenpflichtiger Inhalt: Ringen : Noch ist für den KSV nichts verloren

Köllerbacher Ringer unterliegen im Halbfinalhinkampf zuhause gegen Nackenheim 13:14, haben aber noch Hoffnung.

Jetzt hat es auch den KSV Köllerbach erwischt. Ausgerechnet im Halbfinal-Hinkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft setzte es für die saarländischen Ringer am Samstag die erste Saisonniederlage. Mit 14:13 hatte der SV Nackenheim vor 1100 Zuschauern im Püttlinger Trimm-Treff das bessere Ende für sich.

„Wir müssen mit dem Ergebnis zufrieden sein – mit dieser Aufstellung“, sagte Thomas Geid, der Mannschaftsverantwortliche beim KSV, mit gemischten Gefühlen. Denn einerseits ist mit der knappen Niederlage im Rückkampf am kommenden Samstag noch alles drin. Andererseits hätte man sich ein kleines Polster verschaffen können. Doch nachdem Tarek Mohamed Abdeslam, Miroslav Kirov und Andrii Yatsenko wegen der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Tokio keine Freigabe ihrer Landesverbände erhalten hatten, ging es für den KSV nur um Schadensbegrenzung. „Mit Yatsenko in der Klasse bis 57 Kilogramm Freistil hätten wir vier Punkte gemacht. So gingen die an Nackenheim“, rechnete Geid vor, „allein das hätte gereicht.“

Zumal die Gäste in der Klasse mit Burak Demir auch nur einen Nachwuchsringer eingesetzt hatten. Der war dem Köllerbacher Giovanni Comparetto aber ebenso technisch überlegen wie Eldaniz Azizli gegen Steven Ecker (61 Kilo griechisch-römisch). In den schweren Gewichtsklassen setzten sich vor der Pause die Köllerbacher Heiki Nabi (130 Kilo griechisch-römisch) und Nicolai Ceban (86 Kilo Freistil) durch, wobei man von Ceban durchaus mehr als nur einen Mannschaftspunkt erhofft hatte.

„Ich habe ja zwei Heimkämpfe“, freute sich Viktor Lyzen auf seinen Auftritt im Trimm-Treff. In der Mannschaft startet der deutsche Meister für Nackenheim, im Einzel für den KSV. Er traf in der Klasse bis 66 Kilo Freistil auf Valentin Seimetz. „Er hat das taktisch gut gemacht. Immer wenn ich geöffnet habe, um selbst in die Aktion zu kommen, hat er angegriffen und kam so zu einfachen Punkten“, erklärte Seimetz seine 4:9-Niederlage. Als nach der Pause Freistilspezialist Piotr Ianulov stilartfremd in 86 Kilo greco gegen die polnische Olympia-Hoffnung Arkadiusz Kulynycz drei und Marc Antonio von Tugginer gegen Ruslan Kudrynets (71 Kilo Greco) zwei Zähler abgab, lag der KSV sogar 4:14 zurück.

Doch „Köllerbacher geben niemals auf“, sagte Hallensprecher Peter Willrich – und sollte Recht behalten. Ausnahmeringer Mihail Sava zeigte in der Klasse bis 80 Kilo Freistil sein ganzes Können gegen den deutlich schwereren Osman Cakici, holte beim 8:5 zwei Mannschaftspunkte, obwohl er nach der ersten Runde noch 2:5 zurücklag. „Die Mannschaft brauchte die Punkte“, sagte der schweigsame Sava knapp. Den Kampf des Abends lieferte dann einmal mehr KSV-Urgestein Andrij Shyyka gegen den 19 Jahre jüngeren Roman Asarin. „Er ist sehr schnell, und ich musste ja Punkte aufholen“, sagte der 39 Jahre alte Shyyka nach seinem spektakulären 15:6-Erfolg, „da muss man aufpassen, dass man nicht ausgekontert wird.“ Sechs technische Wertungen holte Shyyka gegen den bärenstarken Ungarn. „Was der alte Fuchs wieder auf die Matte gezaubert hat, ist unvergleichlich“, lobte KSV-Kapitän Timo Badusch, der in seinem Kampf in 75 Kilo greco mit dem Freistiler Islam Cakici kurzen Prozess machte: „Andrij ist ein Vorbild für uns alle. Und nur mit dieser Einstellung können wir es schaffen.“

Der Stilartwechsel im Rückkampf kommt dem KSV entgegen, aber auch die Nackenheimer haben dann mit Spitzenringer Denis Kudla mehr Möglichkeiten. „Es werden zwei, drei Punkte den Ausschlag geben“, weiß Thomas Geid um die Größe der Aufgabe: „Es wird schwer, aber es ist machbar.“ Im zweiten Halbfinale legte Wacker Burghausen mit dem 20:9-Erfolg beim ASV Mainz den Grundstein für den Finaleinzug.